Offenbarung Teil 2 (Kapitel 12 bis 22)

Im ersten Teil Offenbarung Teil 1 habe ich die ersten elf Kapitel der Offenbarung beschrieben und erklärt, dass ich das letzte Buch der Bibel entgegen der Auslegung vieler Bibelkenner chronologisch lese.

Warum chronologisch?

Ich hatte bereits im ersten Teil geschrieben, dass ich durch die Nummererung der Siegel-, Posaunen- und Schalengerichte eine klaren Chronologie erkenne. Weil das letzte Siegel die Posaunengerichte und die letzte Posaune die Schalengerichte enthält, gibt der Apostel Johannes eine feste Reihenfolge vor.

Alles, was ab Kapitel 10 erzählt wird, betrifft die Zeit zwischen der ersten und zweiten Hälfte der letzten Jahrwoche. Auch in diesen “Zwischenkapiteln” haben wir eine Chronologie, wie wir sehen werden. Die Kapitel 10 und 11 schließen die erste Hälfte ab, die Kapitel 12 bis 15 bereiten die zweite Hälfte vor oder sind Folgen der Ereignisse der Kapitel zuvor. Einige Ereignisse werden aber auch parallel oder in kurzer Folge ablaufen.

Ich vermute, dass diese Zwischenzeit nicht nur ein paar Tage oder Stunden dauert. Wahrscheinlich verstreicht eine längere Zeit vom Ende der ersten Hälfte bis zum Beginn der zweiten. Allerdings ist nicht klar, ob es Wochen oder Monate sind.

Vorbereitung zur zweiten Hälfte der letzten Jahrwoche

Weil die siebte Posaune bereits in Kapitel 11,15 geblasen wurde, ist die erste Hälfte abgeschlossen. Johannes beginnt deshalb im zwölften Kapitel mit den Vorbereitungen, die die zweite Hälfte betreffen. Sie beginnt, sobald die erste Schale ausgegossen wird in Kapitel 16.

Was auf der Erde geschieht

Kapitel 12 – Die Frau, ihr Sohn und der Drache

1 Und ein großes Zeichen erschien im Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet, und der Mond unter ihren Füßen, und auf ihrem Haupt eine Krone mit zwölf Sternen. 
2 Und sie war schwanger und schrie in Wehen und Schmerzen der Geburt. 
3 Und es erschien ein anderes Zeichen im Himmel: siehe, ein großer, feuerroter Drache, der hatte sieben Köpfe und zehn Hörner und auf seinen Köpfen sieben Kronen; 
4 und sein Schwanz zog den dritten Teil der Sterne des Himmels nach sich und warf sie auf die Erde. Und der Drache stand vor der Frau, die gebären sollte, um ihr Kind zu verschlingen, wenn sie geboren hätte. 
5 Und sie gebar einen Sohn, einen männlichen, der alle Heidenvölker mit eisernem Stab weiden wird; und ihr Kind wurde entrückt zu Gott und seinem Thron. 
6 Und die Frau floh in die Wüste, wo sie einen von Gott bereiteten Ort hat, damit man sie dort 1 260 Tage lang ernähre. 

Offenbarung 12,1-6

Johannes schreibt von einem “Zeichen”. In diesem Fall dürfen wir nicht nur, wir müssen die Symbolik entschlüsseln.

die Frau

Zunächst ist die Frage: Wer ist die Frau? Hier hilft uns die Geschichte Josefs weiter. Josef war der elfte von zwölf Söhnen Jakobs. Er hatte einen Traum, in dem sich Sonne, Mond und elf Sterne (= Vater, Mutter und seine elf Brüder) vor ihm verbeugten (1. Mose 37,9-10). In Johannes’ Zeichen sehen wir eine Frau mit zwölf Sternen, Sonne und Mond. Die elf Sterne in Josefs Traum sind seine Brüder, er selbst ist der zwölfte Stern. Weil sein Vater Jakob den Namen “Israel” erhalten hatte (1. Mose 32,29), ist die Frau die Familie Israels und ihre Nachkommen, also das heutige Volk Israel.

der Drache

Wer der Drache ist, sollte recht einfach festzustellen sein, wenn wir ein paar Verse weiterlesen: Der Drache ist Satan selbst (12,9). Wie wir bereits vorher bei der fünften Posaune gelesen haben, wurde der Satan auf die Erde geworfen (9,1-12). Er hat nun von Gott die Macht erhalten, alles zu tun, was er will.

der Sohn

Bei der Identifikation des Sohnes gibt es zwei Möglichkeiten: Symbolisiert er die entrückte Gemeinde, die ja aus Israel hervorging oder Christus als Sohn einer jüdischen Frau? Ich tendiere zur Gemeinde, denn Christus musste nicht entrückt werden, um vor dem Satan geschützt zu werden – im Gegenteil, Er kam auf die Welt um ihn zu besiegen (1. Korinther 15,55). Die Gemeinde dagegen musste vor dem Satan beschützt werden, weshalb sie bereits vor 3 1/2 Jahren – dem Beginn der letzten Jahrwoche – entrückt wurde. Weil ich die Offenbarung ja chronologisch verstehe, glaube ich nicht, dass wir hier von einem Ereignis lesen, dass fast 2.000 Jahre zurück liegt, sondern einem, das erst vor Kurzem stattfand. Außerdem spricht die Offenbarung von einer Frau. Jesus wurde von einer Jungfrau geboren (die griechische Sprache hat zwei Wörter: gynä und parthenos).

Ich gebe zu, dass diese Auslegung für die Entrückung in der Mitte der letzten Jahrwoche spricht. Allerdings müsste man mir dann erklären, wer die “unzählbare Schar” aus Vers 7,9 ist und welchen Grund es dafür gibt, dass die Gemeinde die Posaunengerichte mit erleben muss.

Die Flucht

Warum aber flieht die Frau (= Israel) in die Wüste? Die Antwort erhalten wir vom Apostel Paulus, der an die Gemeinde in Thessaloniki schrieb, dass sich der Antichrist in den Tempel setzen wird, um sich als Gott anbeten zu lassen (2. Thessalonicher 2,4). Für den gläubigen Teil Israels ist das der Startschuss, aus Israel zu fliehen. Aber auch der Satan, der nun im Antichristen aktiv wird, ist ein Grund für die Flucht der Israeliten. Dieser gläubige Teil sind die “Anbeter”, die Johannes im vorigen Kapitel vermessen hatte (11,1-2) und auch das letzte überlebende Drittel des Volkes Israels (Sacharja 13,8-9). Die anderen zwei Drittel des Volkes werden entweder noch in der zweiten Hälfte sterben oder sind bereits gestorben. Eine Ausnahme sind nur noch Juden, die sich aufgrund des Zeugnisses der 144.000 bekehrten, das Mal des Tieres ablehnten, ermordet wurden und nun vor dem Thron stehen (Kapitel 15).

Das Volk Israel – zumindest das gläubige Drittel – wird sich in der zweiten Hälfte in der Wüste verstecken. Weil Gott Sein Volk beschützt, kann der Antichrist ihm nichts antun, auch dem Satan sind die Hände gebunden.

Kapitel 13 – Die Tiere aus dem Meer und dem Land

1 Und ich sah aus dem Meer ein Tier aufsteigen, das sieben Köpfe und zehn Hörner hatte und auf seinen Hörnern zehn Kronen und auf seinen Köpfen einen Namen der Lästerung. 
2 Und das Tier, das ich sah, glich einem Panther, und seine Füße waren wie die eines Bären und sein Rachen wie ein Löwenrachen; und der Drache gab ihm seine Kraft und seinen Thron und große Vollmacht.

Offenbarung 13,1-2

Das 13. Kapitel ist der Anfang vom Ende der Menschheit und der Erde. Hier stellt sich der Antichrist öffentlich als Weltherrscher in den Mittelpunkt. Er baut seine weltweite, menschenverachtende Diktatur auf und verbündet sich mit dem Drachen (Vers 2) und dem falschen Propheten, der das Tier aus dem Land ist. Diese “satanische Trinität” hat schier unbegrenzte Macht.

  • Sie besiegt die zwei Zeugen und die 144.000 (11,7)
  • Der falsche Prophet fordert und erreicht die Anbetung des Antichristen (13,12).
  • Sie erstellen ein Bild des Antichristen, das die töten lässt, die es nicht anbeten (13,15). Dieses sprechende Bild wird wahrscheinlich eine KI sein, die über Zugriff auf Chats, Tracking und vielleicht auch durch Auswertung von Handy- und Kameradaten weiß, ob sie angebetet wird.
  • Sie bewirkt das Mal des Tieres, durch das niemand kaufen oder verkaufen kann (13,16-18). Das Mal könnte ein implantierter Chip sein, die Zahl des Tieres eine Handy-App. Beides funktioniert nur durch z.B. den “Digitalen Euro” (CBDC – digitales Zentralbankgeld), der einige “Features” hat, z.B. kann eine Transaktion verboten werden, wenn der Inhaber etwas “falsches” tut oder kauft, der Euro hat ein Verfallsdatum (Sparen ist nicht mehr möglich) und außerdem ist jede Transaktion nachvollziehbar. Das ist wohl der Grund, weshalb in absehbarer Zeit dezentrale digitale Währungen wie der Bitcoin oder Etherum verboten werden. Der Chip ist nicht nur ein Wechsel von Bargeld zu Buchgeld. Wegen der Anbetung des Tieres ist die Annahme ein religiöser Akt, der schwerwiegende Folgen für den einzelnen hat.

Das Bild des Tieres und sein Mal einzuführen, dauert seine Zeit. Auch wenn einige Techniken bereits heute aktiv sind, ist eine weltweite Installation auch für international operierende Unternehmen keine Sache, die in ein paar Stunden erledigt wird. Deshalb wiederhole ich, was ich bereits vorher schrieb, dass die Zeit zwischen den Hälften der letzten Jahrwoche einige Zeit dauert.

Einige Menschen werden das Mal aber nicht annehmen. Sie werden vom Tier ermordet, wie wir das später lesen werden. Eine Gruppe, die dazu gehört, sind die 144.000.

Was im Himmel geschieht

Kapitel 14, Verse 1-5 – Die 144.000 und das Lamm

1 Und ich sah, und siehe, das Lamm stand auf dem Berg Zion, und mit ihm hundertvierundvierzigtausend, die trugen den Namen seines Vaters auf ihren Stirnen geschrieben.

Offenbarung 14,1

In den ersten 3 1/2 Jahren haben die 144.000 evangelisiert und wurden vom Tier, von dem wir im vorigen Kapitel gelesen haben, ermordet. Sie starben, weil sie sich weigerten, das Mal anzunehmen und das Tier anzubeten oder einfach deshalb, weil sie Christen sind und evangelisierten. Nun stehen sie vor dem Thron. (1-5). Dem Tier ist natürlich jede Kritik und christliches Denken zuwider. Jeder, der die Ideologie des Tieres ablehnt und/oder an Jesus Christus glaubt, ist ein Staatsfeind und wird ebenfalls getötet.

Das Lamm steht mit den 144.000 auf dem Berg Zion. Das kann nicht der irdische Berg Zion sein (der Tempelberg), weil sie gleichzeitig vor dem Thron stehen. Es muss also der himmlische Berg Zion sein (Hebr 12,22).

Noch einmal auf der Erde

Kapitel 14, Verse 6-13 – Gerichtsankündigung durch drei Engel

Erster Engel (14,6-7): Er ruft die Menschen zur Umkehr auf. Sein Ruf “Fürchtet Gott” entspricht nicht der üblichen Begrüßung. Wenn Engel erscheinen ist die Aufforderung sonst “Fürchte dich nicht” (Lukas 1,13; 1,30). Diese Warnung ist die dritte und letzte. Der Engel bestätigt damit, was bereits Hiob bekannt war: Gott ruft einen Menschen zwei oder drei Mal (Hiob 33,26-33).

Zweiter Engel (14,8): Er kündigt den Untergang Babylons an. Die Erfüllung erfolgt erst in Kapitel 18 und ist eine Warnung an alle Menschen, die sich auf die Macht dieser satanischen Macht verlassen. Was ein Engel verkündet, wird garantiert geschehen.

Dritter Engel (14,9-12): Er warnt vor der Annahme des Mals, denn jeder, der das tut, wird von Jesus gerichtet.

Kapitel 14, Verse 14-20 – Beginn der Weinlese

19 Und der Engel warf seine Sichel auf die Erde und schnitt den Weinstock der Erde und warf die Trauben in die große Kelter des Zornes Gottes.

Offenbarung 14,19

Die Weinlese beginnt jetzt und wird erst am Ende der Schalengerichte beendet. Die Zerstörung, die durch die Schalen stattfindet, lässt tatsächlich auf eine Ernte schließen, weil durch die Schalen der Zorn Gottes ausgegossen wird (Vers 15,1).

Kapitel 15 – Die Überwinder, die Engel mit den Schalen

2 Und ich sah etwas wie ein gläsernes Meer, mit Feuer vermischt; und die, welche als Überwinder hervorgegangen waren über das Tier und über sein Bild und über sein Malzeichen, über die Zahl seines Namens, standen an dem gläsernen Meer und hatten Harfen Gottes.

Offenbarung 15,2

Die Überwinder über das Tier stehen vor dem Thron. Sie sind “Früchte” aus der Evangelisation der 144.000, d.h. sie haben sich durch die Predigten der 144.000 bekehrt. Nachdem der Antichrist sein Weltreich aufgebaut, das Mal eingeführt hat und die Anbetung fordert, haben sich die Überwinder geweigert. Der Antichrist zeigt seit der Mitte der Jahrwoche sein wahres Gesicht und ermordet jeden, der nicht tut, was er will.

Der Tempel wird geschlossen

8 Und der Tempel wurde erfüllt mit Rauch von der Herrlichkeit Gottes und von seiner Kraft, und niemand konnte in den Tempel hineingehen, bis die sieben Plagen der sieben Engel vollendet waren. 

Offenbarung 15,8

Der Tempel kann nicht mehr betreten werden, weil er von der Herrlichkeit Gottes erfüllt ist. Der geschlossene Tempel bedeutet: Niemand kann mehr zu Gott – eine Bekehrung ist nicht mehr möglich.

Gott hat im Laufe der Menschheitsgeschichte immer Seine Gnade und Geduld gezeigt. Aber wie bei jedem liebenden Vater ist irgenwann “der Ofen aus” und es muss die Strafe folgen. Das ist nun der Fall. Die Menschheit hat den Ungehorsam, den Götzendienst und die Irrwege auf die Spitze getrieben und hat jede Warnung der 144.000 Evangelisten, der zwei Zeugen, das Zeugnis der “Überwinder” und der Engel in den Wind geschlagen. Sie haben die drei Warnungen ignoriert (8,13; 10,6-7; 14,6-7) und ab jetzt ist keine Bekehrung mehr möglch. Nach dem Tod der zwei Zeugen, der 144.000 und der “Überwinder” aus Kapitel 15 ist niemand mehr da, der evangelisieren kann. Wer jetzt noch “auf der Erde wohnt”, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit am Ende der Zeit in den Feuersee geworfen.

Es mag noch einige Menschen in abgelegenen Gegenden geben, die keinen Kontakt zur Zivilisation haben, und weil sie sich selbst versorgen können, weder kaufen noch verkaufen müssen. Aber auch andere haben mit dem Mal des Tieres nichts zu tun, weil es dort, wo sie wohnen, trotz Starlink kein Internet und deshalb auch kein Bild des Tieres gibt. Auch sie haben gute Chancen, das Ende der Jahrwoche zu erleben und auch im 1.000-jährigen Reich leben zu dürfen.

Die zweiten 3 1/2 Jahre

Ab hier verändert sich die Stimmung des Buches. Es gibt keine Gnade mehr, nur noch Zorn Gottes. (16,1).

Kapitel 16 – Die sieben Zornesschalen

1 Und ich hörte eine laute Stimme aus dem Tempel, die sprach zu den sieben Engeln: Geht hin und gießt die Schalen des Zornes Gottes aus auf die Erde!

Offenbarung 16,1

Die Schalen werden ausgegossen. Ab jetzt wird nicht mehr von Furcht vor dem Zorn des Lammes (6,15-17) oder von Märtyrern berichtet, nur noch davon, dass die “auf der Erde wohnen” Gott lästern (16,9; 16,11; 16,21).

Der Sinn der Schalengerichte

Die Schalen wollen nicht mehr zur Buße oder Sammlung rufen. Sie haben nur den Grund der Zerstörung der Erde. Gott gießt Seinen Zorn auf die Erde aus. Eine Umkehr ist nicht mehr möglich. Gott hat in der ganzen Menschheitsgeschichte Seine Menschen gerufen und um sie geworben. Nun ist Schluss und es folgt die Strafe.

Die Schalen werden ausgegossen

Jede Schale hat eine Totalvernichtung zur Folge im Gegensatz zu den Posaunengerichten, die bei jedem Gericht nur ein Drittel zerstörten. Wir haben auch eine Parallelität der Gerichte. Es wiederholen sich im Prinzip die Posaunengerichte, die aber nun eine Totalzerstörung verursachen, während die Posaunen nur ein Drittel betrafen.

Erste Schale: Geschwür an den Menschen, die das Mal angenommen haben (16,2). Das könnte eine allergische Reaktion auf das Mal sein, ähnlich der Nebenwirkungen der Corona-Impfung – oder es ist noch ein “kleines” Gericht Gottest. Die nächsten werden schlimmer. Diese Schale zeigt allerdings, dass es tatsächlich noch Menschen geben kann, die sich dem Diktat widersetzen konnten, denn jeder, der das Mal nicht angenommen hat, bleibt von dieser Plage verschont.

Zweite Schale: Das Meer verwandelt sich zu Blut. Alle Fische sterben (16,3). Im Gegensatz zur zweiten Posaune, bei der nur ein Drittel des Meeres zu Blut wurde, betrifft die zweite Schale das ganze Meer.

Dritte Schale: Flüsse und Wasserquellen werden zu Blut. Auch hier haben wir eine Steigerung, denn die dritte Posaune hat ein Drittel der Flüsse und Wasserquellen in Blut verwandelt. Der Engel der Gewässer lobt Gott: “Das Blut der Heiligen und Propheten haben sie vergossen, Blut hast du ihnen zu trinken gegeben.” (16,6) Offensichtlich gibt es einen Engel der Gewässer. Es gibt auch einen Engel, der für das Feuer zuständig ist (14,18). Vielleicht gibt es auch Engel, die für andere Bereiche zuständig sind. Leider sagt uns das die Bibel nicht. Mit diesem Gericht gibt es kein sauberes Trinkwasser mehr.

Vierte Schale: Die Sonne wird unglaublich heiß und versengt die Menschen, die daraufhin Gott lästern (16,8-9). Die vierte Posaune ließ noch Sonne, Mond und Sterne nur zu einem Drittel der Zeit verfinstern. Mit der vierten Schale bekomnt die Sonne die Kraft, um den Menschen zu schaden. Die Menschen lästern Gott zum ersten Mal (16,9).

Fünfte Schale: Das Reich des Tieres wird verfinstert. Weil das Tier über die ganze Erde herrscht, ist die Finsternis weltweit. Offensichtlich löst die Finsternis auch Schmerzen aus, denn die Menschen zerbeißen sich die Zungen vor Schmerz und ihrer Geschwüre (erste Schale) und lästern Gott zum zweiten Mal. Gott (16,10).

Sechste Schale: Drache, Tier und falscher Prophet bereiten den endgültigen Krieg vor, indem sie die Menschen mit dämonischer Kraft verführen, sich in Israel zu versammeln, um gegen den bald wiederkehrenden Christus zu kämpfen. Sie versammeln sich in “Harmageddon”, das ist das heutige Tal Jesreel im Norden Israels (16,12-14). Vielleicht erzählen sie die Lüge, dass der Ursacher ihrer Schmerzen und der Plagen in Israel sitzt. Egal, welches Motiv sie haben, sie versammeln sich in Israel.

Siebte Schale: Nach der siebten Schale geschieht das größte Erdbeben aller Zeiten. Die “große Stadt” wird in drei Teile gespalten (16,19) Auf den Straßen der “großen Stadt” lagen auch die zwei Zeugen nach ihrem Tod (11,8). Das ist ein Gericht Gottes über Jerusalem und über die Juden, die sich nicht bekehren – zumindest die Juden, die nicht geflohen sind (12,1-6) – weil Jerusalem den Antichrist beherbergt. Sie sollte Gottes Stadt sein und Sein persönlicher Wohnort (Er hat Seinen Namen auf diese Stadt gelegt (1.Könige 14,21; 2.Chronik 12,13).
Auch das Bild der Erde wird durch das größte Erdbeben aller Zeiten vollkommen verändert, denn die Berge sind nicht mehr so, wie sie waren. Es fallen Hagelkörner im Kleinwagen-Format auf die Erde. Auch wenn die Bibel es nicht berichtet: Es sterben hier bestimmt viele Menschen. Zum dritten und letzten Mal erfahren wir, dass die Menschen Gott lästern (16,21).

Mit der siebten Schale endet zwar die zweite Hälfte der letzten Jahrwoche, es bleibt aber noch das antichristliche Weltreich, das nun zerstört werden muss.

Kapitel 17 – Die Hure Babylon und das Tier

Babylon – oder Babel – spielte in der antiken Weltgeschichte über Jahrhunderte eine wichtige Rolle: Sie wurde durch Nimrod gegründet. Das wissen wir zwar nicht direkt aus der Bibel, wird aber von verschiedenen antiken Geschichtsschreibern so gesehen. Der bekannteste ist Flavius Josephus. Babylon war die Hauptstadt des babylonischen Reiches und spielte auch im medo-persischen Reich eine wichtige Rolle als Kultur- und Verwaltungszentrum. Alexander der Große hatte seinen Hof in Babylon und starb dort.

Heute existiert die Stadt Babylon nicht mehr. Sie war aber zur Zeit der Bibel immer ein Symbol für satanischen Einfluss. Für unser weiteres Verständnis ist wichtig, dass Rom im Petrusbrief Babylon genannt wurde (1. Petrus 5,13).

Wir lesen nun davon, dass Johannes die Hure Babylon und das Tier sieht:

3 Und er brachte mich im Geist in eine Wüste. Und ich sah eine Frau auf einem scharlachroten Tier sitzen, das voll Namen der Lästerung war und sieben Köpfe und zehn Hörner hatte.

Offenbarung 17,3

Beide – Hure und Tier – müssen wir getrennt betrachten. Beginnen wir mit der Hure:

Die Hure Babylon

6 Und ich sah die Frau berauscht vom Blut der Heiligen und vom Blut der Zeugen Jesu; und ich verwunderte mich sehr, als ich sie sah.

Offenbarung 17,6

Die Hure ist das religiöse Element der Herrschaft. Sie hat dafür gesorgt, dass die Menschen das Tier anbeteten und dass sie das Mal des Tieres annahmen. Gott hat Götzendienst immer als “Hurerei” bezeichnet (z.B. 2. Mose 34,15-16; 3. Mose 20,6). Wir können deshalb davon ausgehen, dass die Hure fremde Götter anbetet. Ihr Aussehen – sie ist in Purpur und Scharlach gekleidet und mit Gold und Edelsteinen geschmückt – lässt auf die katholische Kirche schließen, ich unterstelle aber, dass die gesamte abgefallene Christenheit mit den “Volkskirchen” gemeisame Sache macht. Warum das?

Dazu müssen wir die Vergangenheit der Kirche betrachten. Uns helfen dazu die Beurteilungen der Gemeinden Pergamon und Thyatira aus den Sendschreiben. In Pergamon stand der “Thron des Satans” – der Pergamonaltar, der heute in Berlin, also inmitten des ehemaligen und zukünftigen römischen Reiches steht. Die Gemeinde Thyatira ließ Götzenanbetung zu (2,20). Die Epochen der Kirchengeschichte, die von den Gemeinden symbolisiert wird, sind geprägt vom “Heiligenkult”. Weil viele Heiden sich nicht von ihren Götzen trennen wollten, wurden sie in die Kirche als “Heilige” integriert, die angebetet werden durften. Das verstößt gegen das erste und zweite Gebot und ist deshalb “Hurerei”. Dazu gehört auch auch jede Ideologie, die wie eine Religion behandelt wird.

Beide Volkskirchen haben sich im dritten Reich und auch in der heutigen linksgrünen Ideologie immer dem Zeitgeist angeglichen, gemeinsam mit den Freikirchen. Da werden sie im “Reich des Tieres” keine Ausnahme machen. Weil das Tier die Anbetung fordert, werden alle Kirchen irgendwelche theologischen Winkelzüge machen, um diese Anbetung mit der Bibel zu vereinbaren, wie sie das heute mit Homesexualität und Transgender machen. Immerhin haben sie die Entrückung verpasst und haben auch die Warnungen ignoriert, die sie erhalten haben. Wenn sie jetzt noch da sind, ist es egal, was sie tun. Retten können sie sich sowieso nicht mehr.

Die Hure Babylon ist nicht nur das religiöse Zentrum. Sie hat auch die Macht über die Könige und ist “trunken vom Blut der Heiligen und dem Blut der Zeugen Jesu”. Sie hat in der Vergangenheit Propheten und auch gläubige Christen, die das Vorgehen der Kirchen kritisiert hatten und dem Zeitgeist widerstanden, körperlich, seelisch oder materiell vernichtet. Im Reich des Antichristen hat sie Christen wie die 144.000 und die Überwinder aktiv oder passiv ermordet.

Das Ende der Hure

16 Und die zehn Hörner, die du auf dem Tier gesehen hast, diese werden die Hure hassen und sie verwüsten und entblößen, und sie werden ihr Fleisch verzehren und sie mit Feuer verbrennen. 
17 Denn Gott hat ihnen ins Herz gegeben, seine Absicht auszuführen und in einer Absicht zu handeln und ihr Reich dem Tier zu geben, bis die Worte Gottes erfüllt sind.

Offenbarung 17,16-17

Zum Schluss werden sich die Könige gegen die Hure wenden, weil sie von Gott dazu benutzt werden. Dann wird sich das gesamte Reich gegen sie wenden und sie zerstören.

Das Tier

Das Tier ist das ideologische Element und steuert Politik und Wirtschaft.

Was der Engel sagt, der mit Johannes spricht, ist verwirrend. Sehen wir es uns einmal genauer an:

9 Hier ist der Verstand nötig, der Weisheit hat! Die sieben Köpfe sind sieben Berge, auf denen die Frau sitzt. 
10 Und es sind sieben Könige: Fünf sind gefallen, und der eine ist da — der andere ist noch nicht gekommen; und wenn er kommt, muss er für eine kurze Zeit bleiben. 
11 Und das Tier, das war und nicht ist, ist auch selbst der achte, und es ist einer von den sieben, und es läuft ins Verderben.

Offenbarung 17,9-11

Das Tier, das Johannes hier sieht entspricht dem Tier aus dem Meer, das wir in 13,1 bereits gesehen hatten. Die sieben Köpfe sind sieben Berge, also Rom (s. auch 1. Petrus 5,13). Wie wir sehen werden, entspricht es dem neuen römischen Reich, das vom Antichristen aufgebaut wird.

Die sieben Köpfe des Tieres sind aber auch sieben Könige – oder Reiche – (Vers 10), von denen fünf gefallen sind, einer ist da und einer wird noch für kurze Zeit kommen und ins Verderben gehen (17,10-11). Die Offenbarung wurde am Ende des ersten Jahrhunderts geschrieben, also müssen wir zunächst die Aussage des Engels entsprechend der Zeit der Abfassung der Offenbarung auslegen.

Die fünf gefallenen Reiche hatten Israel unterdrückt oder beherrscht:

  • Ägypten
  • Assyrien
  • Babylon
  • Medo-Persien
  • Griechenland

Das Reich, das jetzt ist, ist Rom. Das römische Reich war zur Zeit des Apostels aktiv.

Das Reich, das kommt, ist das neu entstandene römische Reich. Wie ich im Artikel “Die Zeit ist nicht nah – die Zeit ist da” geschrieben habe, ist die EU räumlich der Nachfolger des römischen Reiches. Die EU ist also das siebte Tier.

Das Reich, das war, nicht ist und selbst das achte ist… Jetzt wird es etwas schwierig. Um das zu verstehen, muss man wissen, dass Johannes – genauer: der Engel, der mit ihm spricht – in diesem Vers das tut, was viele Propheten vor ihm schon getan haben: Er verschiebt seine zeitliche Perspektive, indem er von Johannes’ Zeit in die Zukunft geht und nun die Reiche aus der Perspektive des 7. Reiches aus betrachtet, also der EU. Das Reich des Antichristen war, ist nicht (zur Zeit der EU), kommt aber und ist selbst eines der sieben. Wenn wir davon ausgehen, dass der Antichrist das römische Reich tatsächlich neu aufbaut und in ein weltumspannendes transformiert, wird diese Aussage verständlich. Im Antichristen wird das römische Reich (das war und jetzt nicht ist) wieder aufgebaut. Es ist nach der EU das achte Reich, aber weil es das römische Reich ist, ist es selbst auch eines der sieben.

Damit wird auch klar, was der Kopf des Tieres ist, der “zu Tode verwundet”und geheilt wurde (13,3): Es ist das römische Reich, das als Reich des Antichristen neu aufersteht.

Die Könige

12 Und die zehn Hörner, die du gesehen hast, sind zehn Könige, die noch kein Reich empfangen haben; aber sie erlangen Macht wie Könige für eine Stunde zusammen mit dem Tier. 
13 Diese haben einen einmütigen Sinn, und sie übergeben ihre Macht und Herrschaft dem Tier.

Offenbarung 17,12-13

Einerseits ist das Tier der Antichrist bzw. sein Reich, andererseits besteht es aber auch aus zehn Königen. Sie werden Macht “für eine Stunde” (Vers 12) erlangen, was bedeutet, dass es nur für kurze Zeit ist, weil sie am Ende ihre Macht an den Antichristen abgeben werden.

Schon 1974 wurde die Erde in zehn Bereiche aufgeteilt. Es ist manchmal erstaunlich, wie oft die Bibel von Leuten bestätigt wird, die mit ihren Aussagen überhaupt nichts am Hut haben.

Kapitel 18 – Babylons Untergang

1 Und nach diesem sah ich einen Engel aus dem Himmel herabsteigen, der hatte große Vollmacht, und die Erde wurde erleuchtet von seiner Herrlichkeit. 
2 Und er rief kraftvoll mit lauter Stimme und sprach: Gefallen, gefallen ist Babylon, die Große, und ist eine Behausung der Dämonen geworden und ein Gefängnis aller unreinen Geister und ein Gefängnis aller unreinen und verhassten Vögel.

Offenbarung 18,1-2

Nachdem die Hure – also das religiöse Zentrum des antichristlichen Reiches – vernichtet wurde, ist nun Babylon selbst dran – damit ist das wirschaftspolitische Zentrum gemeint. Ich vermute, dass der Engel, der hier erwähnt wird, selbst die Vernichtung herbeigeführt hat. Es kann aber auch sein, dass der Untergang des Weltreiches die Folge der letzten Katastrophen durch die Schalengerichte war. Nachdem fast die ganze Erde vernichtet wurde, hat sich nun der Wohlstand der wenigen Unterführer unter dem Antichristen ebenfalls in Wohlgefallen aufgelöst. Damit wird die Prophezeiung aus Kapitel 14 erfüllt.

Ende der letzten sieben Jahre

Kapitel 19 – Die Hochzeit des Lammes

6 Und ich hörte etwas wie die Stimme einer großen Volksmenge und wie das Rauschen vieler Wasser und wie der Schall starker Donner, die sprachen: Hallelujah! Denn der Herr, Gott, der Allmächtige, hat die Königsherrschaft angetreten! 
7 Lasst uns fröhlich sein und jubeln und ihm die Ehre geben! Denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Frau hat sich bereit gemacht.

Offenbarung 19,6-7

Der Himmel feiert. Nachdem Gott Seinen Zorn über die Erde ausgegossen hat und die Gemeinde bereits vor sieben Jahren (oder vielleicht auch mehr, weil die Zeit zwischen den Hälften etwas länger gedauert hat) das Neue Jerusalem im Himmel bezogen hat, darf sie nun Jesu Braut sein. Der Sohn Gottes wird mit Seiner Gemeinde vermählt und die Heiligen dürfen nun da sein, wo Er ist (Johannes 14,3). Hier verspricht unser auferstandener Herr, dass die Gemeinde Christus folgen darf, wohin Er geht:

14 Die Heere im Himmel folgten ihm nach auf weißen Pferden, und sie waren bekleidet mit weißer und reiner Leinwand. 
15 Und aus seinem Mund geht ein scharfes Schwert hervor, damit er die Heidenvölker mit ihm schlage, und er wird sie mit eisernem Stab weiden; und er tritt die Weinkelter des Grimmes und des Zornes Gottes, des Allmächtigen. 
16 Und er trägt an seinem Gewand und an seiner Hüfte den Namen geschrieben: »König der Könige und Herr der Herren«. 

Offenbarung 19,14-16

Die Heere des Himmels folgen Ihm

Die “Heere des Himmels” sind zwar Engel, aber auch die erlöste Gemeinde, die mit “weißer und reiner Leinwand” bekleidet ist. Bei Engeln müsste Johannes nicht extra erwähnen, dass sie weiße Kleider tragen, deshalb ist die entrückte Gemeinde im Gefolge Christi dabei.

Er schlägt die Heidenvölker

Er schlägt die Heidenvölker, das heißt alle, die das Mal angenommen und das Tier angebetet haben (14,9-10). Jeder, der sich Ihm entgegenstellt, wird von Ihm getötet. Übrigens spricht Johannes ganz bewusst nur von den Heidenvölkern, nicht von den Juden. Die Juden sind der eigentliche Grund dafür, dass es die letzte Jahrwoche überhaupt gibt. Bis jetzt sind bereits zwei Drittel in den Gerichten gestorben (Sacharja 13,8-9). Das überlebende Drittel hat sich unter Gottes Schutz in der Wüste versteckt. Sie sind dann “ganz Israel”, das gerettet wird (Römer 11,26).

Er tritt die Kelter

Er “tritt die Kelter des Grimmes und des Zornes Gottes”. Mit der sichtbaren Wiederkunft Christi wird die Weinlese abgeschlossen, die in Kapitel 14 begonnen hatte und mit den Schalengerichten stattfand (14,14-20). Die Engel haben die Weinlese ausgeführt (Matthäus 13,41-43), aber unser Herr tritt die Kelter selbst. Auch wenn der erwähnte Text im Matthäus-Evangelium vom “Feuerofen” spricht, ist damit das gleiche Ereignis gemeint, weil die Menschen, die in der Kelter symbolisch getreten werden, natürlich zum Schluss im Feuersee landen.

Die Kelter haben die Alttestamentlichen Propheten bereits gesehen: Jesaja 63,1-6; Jeremia 25,30; Joel 4,13

Er ist “König der Könige und Herr der Herren”

Diesen Titel darf nur einer tragen: Der auferstandene und hier wiederkommende Sohn Gottes, Jesus Christus. Nur Er steht über allen Königen und nur Er ist Herr aller Herren. Keiner ist wie Er.

Er übt das endgültige Gericht aus:

20 Und das Tier wurde ergriffen und mit diesem der falsche Prophet, der die Zeichen vor ihm tat, durch welche er die verführte, die das Malzeichen des Tieres annahmen, und die sein Bild anbeteten; die beiden wurden lebendig in den Feuersee geworfen, der mit Schwefel brennt. 
21 Und die Übrigen wurden getötet mit dem Schwert dessen, der auf dem Pferd sitzt, das aus seinem Mund hervorgeht, und alle Vögel sättigten sich von ihrem Fleisch. 

Offenbarung 19,20-21

Jesus wird am Ende unserer Zeit den Antichristen (das Tier aus dem Meer, Vers 13,1) und den falschen Propheten (das Tier aus dem Land, Vers 13,11) in den Feuersee werfen. Wenn Johannes schreibt, dass sie “lebendig” in den Feuersee geworfen werden, bedeutet das eine besonders schwere Strafe. Auch die Rotte Korachs fuhr lebendig in das Totenreich (4. Mose 14,33). Ich bin mir aber sicher, dass die Strafe des Antichristen ungleich höher ausfällt, denn er fährt in den Feuersee, die Rotte Korachs fuhr “nur” in das Totenreich, das eine Vorstufe vom Feuersee ist.

Beginn des Friedensreichs Christi

Kapitel 20 – Christus baut sein 1.000-jähriges Reich

1 Und ich sah einen Engel aus dem Himmel herabsteigen, der hatte den Schlüssel des Abgrundes und eine große Kette in seiner Hand. 
2 Und er ergriff den Drachen, die alte Schlange, die der Teufel und der Satan ist, und band ihn für 1 000 Jahre 
3 und warf ihn in den Abgrund und schloss ihn ein und versiegelte über ihm, damit er die Völker nicht mehr verführen kann, bis die 1 000 Jahre vollendet sind.

Offenbarung 20,1-3

Das 1.000-jährige Reich

Die Offenbarung spricht nirgendwo davon, dass Jesus sein 1.000-jähriges Reich aufbaut. Wir erfahren lediglich, dass Christus auf die Erde kommt, Satan für 1.000 Jahre gebunden und anschließend wieder freigelassen wird. Was in diesen 1.000 Jahren geschieht, erfahren wir aus der Offenbarung nicht. Die alttestamentlichen Propheten sind da etwas gesprächiger. Ihre Aussagen habe ich im Artikel “Das 1.000-jährige Reich” verarbeitet.

Das Gericht

4 Und ich sah Throne, und sie setzten sich darauf, und das Gericht wurde ihnen übergeben; und ich sah die Seelen derer, die enthauptet worden waren um des Zeugnisses Jesu und um des Wortes Gottes willen, und die das Tier nicht angebetet hatten, noch sein Bild, und das Malzeichen weder auf ihre Stirn noch auf ihre Hand angenommen hatten; und sie wurden lebendig und regierten die 1 000 Jahre mit Christus.

Offenbarung 20,4

Vor dem 1.000-jährigen Reich findet ein Gericht statt. Wie es aussieht und nach welchen Kriterien freigesprochen oder verurteilt wird, erzählt uns die Bibel nicht. Ich gehe davon aus, dass jeder – gläubig oder nicht – das 1.000-jährige Reich betreten darf, der das Mal nicht angenommen und das Tier nicht angebetet hat. Jeder Ungläubige bekommt hier noch eine zweite Chance.

Nach den 1.000 Jahren

Satan wird freigelassen

Während der tausend Jahre hatte der Teufel jeden Tag ein Zeichen in die Wände des Abgrunds geritzt. Zum Glück für ihn ist es ein Fass ohne Boden, also gibt es genug Platz für viele Markierungen. Eines Morgens kratzt er Nummer 365.250 (es waren ja auch Schaltjahre dabei) in die Wand. Die Grube öffnet sich, seine Ketten fallen ab, und er ist frei.

Aus: Amir Tsarfati – Revealing Reavelation

Nach den tausend Jahren wird der Satan freigelassen und darf zum letzten Mal sein Unwesen treiben. Er schafft es tatsächlich, Menschen zu verführen und sie zum Krieg gegen Christus zu animieren. Viele Menschen, die im 1.000-jährigen Reich geboren wurden, haben vielleicht nie die Notwendigkeit gesehen, ihr Leben Christus zu übergeben und nach Seinem Willen zu leben. Es geht ihnen ja auch so gut. Obwohl Christus ein 1.000-jähriges Friedensreich regiert hat, wie es das noch nie zuvor gab, werden Menschen von Ihm abfallen und sich gegen Ihn mit dem Satan verbünden.

9 Und sie zogen herauf auf die Fläche des Landes und umringten das Heerlager der Heiligen und die geliebte Stadt. Und es fiel Feuer von Gott aus dem Himmel herab und verzehrte sie. 
10 Und der Teufel, der sie verführt hatte, wurde in den Feuer- und Schwefelsee geworfen, wo das Tier ist und der falsche Prophet, und sie werden gepeinigt werden Tag und Nacht, von Ewigkeit zu Ewigkeit. 

Offenbarung 20,9-10

Der Satan hatte in der gesamten Geschichte jedes einzelne Gefecht gegen Gott verloren. Da macht dieser Endkrieg keine Ausnahme. Der Satan erhält endlich seine verdiente Strafe.

Beginn der Ewigkeit

Der Weiße Thron

Zum Schluss kommt das “große Finale” vor dem Weißen Thron. Wer Jesus Christus nicht als seinen Herrn angenommen hat, muss vor diesem letzten Gericht erscheinen, um sein Urteil zu bekommen. Alle Verstorbenen aus allen Zeiten werden hier versammelt sein. Jeder Einzelne wird für sein Leben gerichtet. Wer erscheinen muss, wer Chancen hat, freigesprochen zu werden oder nicht, habe ich im Artikel “Der weiße Thron” geschrieben.

Einzige Ausnahme sind die Menschen, die wir bereits gesehen haben und vor dem Thron standen. Das sind die entrückte Gemeinde, die 144.000 und die “Überwinder” aus Kapitel 15. Jeder einzelne hat sein Leben Jesus Christus übergeben und wurde schon freigesprochen. Und natürlich gehören auch die Gläubigen des Alten Testamentes dazu. Mose, David, Jesaja, Daniel und alle, die in der Bibel zwar namentlich nicht benannt wurden, aber nach ihr gelebt haben (Daniel 12,13). Diese Menschen sind zwar auch beim Weißen Thron dabei, aber nur als Zuschauer.

Kapitel 21 – Das Neue Jerusalem

1 Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde waren vergangen, und das Meer gibt es nicht mehr. 
2 Und ich, Johannes, sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabsteigen, zubereitet wie eine für ihren Mann geschmückte Braut. 
3 Und ich hörte eine laute Stimme aus dem Himmel sagen: Siehe, das Zelt Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen; und sie werden seine Völker sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein, ihr Gott.

Offenbarung 21,1-3

Am Ende der Zeit werden Himmel und Erde zerstört und neu geschaffen. Ab sofort gibt es keine Krankheit mehr, keinen Krieg, keinen Hunger, keine Armut…. Die Reihe ließe sich beliebig lange fortsetzen. Da, wo Gott und Sein Sohn Jesus Christus anwesend sind, ist für solche Dinge kein Platz mehr. Ab sofort herrschen beide in Frieden und Wohlstand für alle.

Auch das Neue Jerusalem kommt vom Himmel herab auf die neue Erde. Johannes bekommt dabei einen Vorgeschmack auf sein ewiges Zuhause, auf das wir uns ebenfalls freuen dürfen. Jesus selbst hat uns versprochen, Wohnungen zu bauen, bevor Er uns zu sich holt (Johannes 14,2-3). Genaueres habe ich im Artikel “Das Neue Jerusalem” beschrieben.

Kapitel 22 – Abschließendes Versprechen

6 Und er sprach zu mir: Diese Worte sind gewiss und wahrhaftig; und der Herr, der Gott der heiligen Propheten, hat seinen Engel gesandt, um seinen Knechten zu zeigen, was rasch geschehen soll. 
7 Siehe, ich komme bald! Glückselig, wer die Worte der Weissagung dieses Buches bewahrt!

Offenbarung 22,6-7

Das Buch, das Johannes schreibt, ist die Offenbarung Jesu Christi. Von Ihm kommt jedes Wort. Er ist der Verfasser. Wie ich bereits am Anfang des ersten Teils schrieb, war Johannes lediglich der mit dem Stift. Deshalb gehört Jesus natürlich auch das letzte Wort, in dem Er uns auf Sein Kommen hinweist. Wir alle müssen für Ihn bereit sein. Wer zu Ihm gehört, darf sich auf Ihn freuen.

Jesus kommt bald!


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