Wer sind die zwei Zeugen? Ich muss zugeben, dass ich immer gedacht habe, dass ein Artikel über diese beiden besonderen Männer nicht viel hergeben würde. Die Bibel geht ja recht sparsam mit Informationen um. Aber jetzt, da ich mich in das Thema vertieft habe, denke ich, dass es lohnenswert ist, sich mit ihnen zu beschäftigen.
Wir dürfen nämlich – wie ich das bereits bei den 144.000 getan habe – auch die zwei Zeugen nicht losgelöst von den Ereignissen der Offenbarung betrachten. Sie sind Gottes finaler Ruf an die Menschheit zur Umkehr und Seine Alarmsignale zur letzten Chance. Ihr Dienst und Ihr “Abgang” werden weltweite Beachtung finden. Wenn sie am Ende ihres Dienstes vom Antichristen getötet werden, wird kurze Zeit danach die letzte Chance zur Bekehrung vorbei sein wie ich das in meiner Auslegung zur Offenbarung beschrieben habe.
Sehen wir uns dazu zunächst den Bibeltext an, in dem wir von ihnen erfahren:
3 Und ich will meinen zwei Zeugen geben, dass sie weissagen werden 1 260 Tage lang, bekleidet mit Sacktuch.
4 Das sind die zwei Ölbäume und die zwei Leuchter, die vor dem Gott der Erde stehen.
5 Und wenn jemand ihnen Schaden zufügen will, geht Feuer aus ihrem Mund hervor und verzehrt ihre Feinde; und wenn jemand ihnen Schaden zufügen will, muss er so getötet werden.
6 Diese haben Vollmacht, den Himmel zu verschließen, damit kein Regen fällt in den Tagen ihrer Weissagung; und sie haben Vollmacht über die Gewässer, sie in Blut zu verwandeln und die Erde zu schlagen mit jeder Plage, sooft sie wollen.
7 Und wenn sie ihr Zeugnis vollendet haben, wird das Tier, das aus dem Abgrund heraufsteigt, mit ihnen Krieg führen und sie überwinden und sie töten.
8 Und ihre Leichname werden auf der Straße der großen Stadt liegen, die im geistlichen Sinn Sodom und Ägypten heißt, wo auch unser Herr gekreuzigt worden ist.
9 Und viele aus den Völkern und Stämmen und Sprachen und Nationen werden ihre Leichname sehen, dreieinhalb Tage lang, und sie werden nicht zulassen, dass ihre Leichname in Gräber gelegt werden.
10 Und die auf der Erde wohnen, werden sich über sie freuen und frohlocken und werden einander Geschenke schicken, weil diese zwei Propheten diejenigen gequält hatten, die auf der Erde wohnen.
11 Und nach den dreieinhalb Tagen kam der Geist des Lebens aus Gott in sie, und sie stellten sich auf ihre Füße, und eine große Furcht überfiel die, welche sie sahen.
12 Und sie hörten eine laute Stimme aus dem Himmel, die zu ihnen sprach: Steigt hier herauf! Da stiegen sie in der Wolke in den Himmel hinauf, und ihre Feinde sahen sie.
13 Und zur selben Stunde entstand ein großes Erdbeben, und der zehnte Teil der Stadt fiel; und es wurden in dem Erdbeben 7 000 Menschen getötet.Offenbarung 11,3-13
Diese elf Verse sind schon alles. Mehr erfahren wir nicht von den beiden Zeugen. Aber dennoch gibt es einige Informationen, die wir aus diesen Versen und dem Gesamtkontext der Offenbarung erfahren können.
Wer sind die zwei Zeugen?
Zu dieser Frage gibt es verschiedene Theorien:
- Eine Theorie sagt, sie sind Mose und Elia, weil sie Wasser in Blut verwandeln, Plagen über die Erde bringen und Regen zurück halten können (Vers 6). Mose und Elia haben auch mit Jesus auf dem Berg der Verklärung mit Jesus gesprochen (Matthäus 17,1-3).
- Vertreter einer anderen Theorie vermuten hinter ihnen Henoch und Elia, weil sie die einzigen sind, die nie gestorben sind, sondern entrückt wurden (1. Mose 5,24, 2. Könige 2,11-12). Vielleicht finden die Vertreter dieser Theorie es ungerecht, dass sie nie sterben mussten und meinen, dass sie nun ihren Tod “nachholen” müssten.
- Dann gibt es noch eine dritte Theorie, die unter Bezug auf Sacharja 4 den Statthalter Judas Serubbabels und den Hohepriester Jeshua als die zwei Zeugen sieht.
Amir Tsarfati schreibt in seinem Buch “Revealing Revelation”, dass wir nicht wissen, wer sie sind, es aber auch unwichtig ist. Wenn ihre Namen wichtig wären, hätte Gott sie uns mitgeteilt. Da stimme ich ihm zu. Ich glaube sogar, dass es keine der genannten Personen ist. Es werden zwei Männer sein, die “im Geiste” der genannten handeln werden, wie Johannes der Täufer “im Geiste” Elias kam (Matthäus 11,14). Obwohl sie die Hauptpersonen in diesem Artikel sind, ist ihre Identität für unsere weitere Expedition nicht wichtig.
Die Uhr tickt
Die zwei Zeugen werden 1260 Tage lang weissagen. In der biblischen Prophetie hat ein Monat 30 Tage und ein Jahr 360 Tage. Es gibt keine Schaltjahre und die tatsächliche Länge der Monate spielt auch keine Rolle. Die 1260 Tage sind also 42 Monate oder 3 1/2 Jahre. In meiner Auslegung zur Offenbarung habe ich festgestellt, dass ich den Dienst der zwei Zeugen in der ersten Hälfte der letzten Jahrwoche sehe. Wenn diese beiden Männer auftreten, kann jeder erkennen, dass die letzte Jahrwoche begonnen hat – und weil ihr Auftreten ein weltweites Medienereignis ist, kann jeder den Beginn dieser letzten Zeit erkennen.
Im Zentrum des Gerichts
Mit dem Auftreten der zwei Zeugen beginnen nach meiner Auslegung der Offenbarung auch die Posaunengerichte und die letzte Jahrwoche. Vorher wurden bereits die 144.000 berufen, die ihren evangelistischen Ruf beginnen (Offenbarung 7,4-8). In der Entrückung der Gemeinde (Offenbarung 7,9-10), die nach der Versiegelung der 144.000 stattfand, hat Gott die Welt gewarnt. Wenn dann die zwei Zeugen auftreten, erhält die Welt ihre letzte Chance zur Bekehrung.
1260 Tage im Sacktuch (Vers 3)
Und ich will meinen zwei Zeugen geben, dass sie weissagen werden 1 260 Tage lang, bekleidet mit Sacktuch.
Offenbarung 11,3
Sacktuch
Amir Tsarfati hat seine ganz eigene Sicht auf die zwei Zeugen:
Obwohl Sacktuch zu der Zeit, als Johannes diese Beschreibung schrieb, alltäglich war, ist es heute ziemlich aus der Mode gekommen. Es ist schon eine ganze Weile her, dass die neuesten Sacktuch-Trends auf der Pariser Modewoche für Schlagzeilen sorgten. Wenn diese beiden Männer in ihren juckenden, gewebten Gewändern auf den Straßen von Jerusalem auftauchen, werden die Leute aufmerksam werden.
Aus: Amir Tsarfati – Revealing Revelation
Sacktuch war in Israel ein Zeichen der Reue, Buße oder Trauer. Ein Beispiel haben wir in König Hiskia. Als das assyrische Heer vor den Toren Jerusalems stand und der oberste Heerführer keinen Zweifel daran ließ, dass Jerusalem bald fallen würde, zog Hiskia Sacktuch als Zeichen der Trauer an und ging in den Tempel um zu beten (2. Könige 19,1).
Die zwei Zeugen sind nicht auf einem Triumphzug. Sie rufen die Welt zur Buße und Umkehr. Schon ihre Kleidung ist ungewöhnlich und für unsere heutige Zeit etwas “extravagant”. Aber sie wollen auch damit die Notwendigkeit unterstreichen: Jeder Mensch braucht Jesus. Ohne Jesus ist die Welt und ist jeder Mensch verloren. Nicht Reichtum, schnelle Autos oder teure Kleidung retten – sondern nur Jesus.
1260 Tage
Gott hat ihnen eine feste Zeit vorgegeben, in der sie das Evangelium verkündigen sollen und ihren Dienst tun. Das ist auf der einen Seite eine Warnung an die Welt, denn am Ende dieser Zeit wird kurz danach der Hammer fallen und die Zeit zur Bekehrung ablaufen, auf der anderen Seite ist es eine Gnade für die Zeugen, denn sie wissen, dass sie diese hasserfüllte und gottlose Welt nur diese vorgegebene Zeit ertragen müssen und danach bei Gott sein dürfen.
Wie ich bereits festgestellt habe, sind diese 1260 Tage die erste Hälfte der letzten Jahrwoche, die mit den Posaunengerichten beginnt (Offenbarung 8,7). Sie rufen nicht nur zur Buße, sondern weisen auch darauf hin, dass Gottes Geduld bald erschöpft sein wird und Er Sein endgültiges Gericht über die Welt kommen lassen wird.
Jerusalem
Sie werden in und um Jerusalem evangelisieren. Im Gegensatz zu den 144.000, die wahrscheinlich in ganz Israel und vielleicht auch weltweit predigen werden (Apostelgeschichte 1,8), haben die zwei Zeugen ihre Aufgabe in der israelischen Hauptstadt, wo sie getötet werden (“wo auch unser Herr gekreuzigt worden ist”). Das war kein Zufall, dass sie gerade zum Zeitpunkt ihres Todes in Jerusalem sind. Sie sind die ganzen 3 1/2 Jahre dort.
Warum aber wird Jerusalem auch “Sodom und Ägypten” genannt? Sodom und Gomorra waren Städte zur Zeit Abrahams, die wegen ihres gottlosen Treibens vernichtet wurden (1. Mose 18 und 19). Ägypten ist für die Israeliten ein Sinnbild für Sklaverei und Unterdrückung. Jerusalem ist also zu diesem Zeitpunkt eine verkommene und gottlose Stadt, die die Gläubigen unterdrückt. Das ist auch der Grund, weshalb Johannes die Gläubigen vermessen sollte (Offenbarung 11,1-2). Sie werden zur Zeit der Zeugen unterdrückt, aber später auch unter Gottes Schutz gestellt und in Sicherheit gebracht, wie wir das in Kapitel 12 lesen.
Beide – Sodom und Ägypten – hatten ein endgültiges und vollkommen zerstörerisches Gericht Gottes erlebt. Das gleiche wird allen Menschen passieren, wenn sie sich nicht bekehren.
Die zwei Ölbäume (Vers 4)
Das sind die zwei Ölbäume und die zwei Leuchter, die vor dem Gott der Erde stehen.
Offenbarung 11,4
Das geht auf eine Prophetie Sacharjas aus dem 5. vorchristlichen Jahrhundert zurück.
2 Und er fragte mich: Was siehst du? Ich sprach: Ich sehe, und siehe, ein Leuchter, ganz aus Gold, und sein Ölgefäß oben darauf und seine sieben Lampen daran, und sieben Gießrohre zu den sieben Lampen, die oben auf ihm sind,
3 und zwei Ölbäume dabei, einer zur Rechten des Ölgefäßes, der andere zur Linken.
6 Da antwortete er und sprach zu mir: Das ist das Wort des HERRN an Serubbabel: Nicht durch Macht und nicht durch Kraft, sondern durch meinen Geist!,
12 Und ich sprach weiter zu ihm: Was sind die beiden Zweige der Ölbäume bei den zwei goldenen Röhren, aus denen das goldene Öl herabfließt?
14 Und er sprach: Es sind die zwei Gesalbten, die vor dem Herrscher aller Lande stehen.Sacharja 4,2-3;6;12;14
Öl ist in der Bibel ein Bild für den Heiligen Geist, der Menschen leitet, tröstet und stärkt, aber auch den Weg ebnet, um Gottes Willen zu erfüllen. Durch Ihn brennt der Glaube und die Liebe zu Jesus im Herzen der Menschen. Aus der Antwort des Engels an Sacharja können wir auf die zwei “Ölbäume” in der Offenbarung schließen: Sie sind die zwei Gesalbten, die vor dem Herrscher aller Lande stehen – also vor Gott selbst. Der Heilige Geist befähigt sie, sich zur Wehr zu setzen, wenn es erforderlich ist. Dabei geht es um Selbstverteidigung, vor allem aber auch um zu zeigen, dass hier Gott selbst am Werk ist und dass Gott auf ihrer Seite steht.
Als Ahasja, der König des Nordreichs Israel, einen Unfall hatte, rief er Elia zu sich. Er sandte einen Hauptmann mit 50 Soldaten, um Elia zu holen. Der Hauptmann war allerdings etwas barsch und forderte Elia im Befehlston auf, zu kommen. Die Antwort Elias: “Wenn ich ein Mann Gottes bin, so soll Feuer vom Himmel fallen und dich und deine Fünfzig verzehren!” (2. Könige 1,10). Es fiel Feuer vom Himmel und verbrannte die Soldaten. Elia musste sich nicht verteidigen. Er wollte zeigen: Seid vorsichtig, denn Gott steht auf meiner Seite. Wer sich an mir vergreift, stellt sich gegen den lebendigen Gott!
Das Ziel der Zeugen ist, die Menschen zur Buße zu rufen. Wer ihnen Schaden zufügen will, bekommt das zu spüren, aber jeder andere, der ihnen friedlich entgegentritt, hat nichts von ihnen zu befürchten. Durch den Heiligen Geist erhalten sie ihre Macht und können sich gegen jeden Angreifer wehren. Aber auch ihr Tod und ihre Auferstehung werden vom Heiligen Geist bewirkt.
Warum verteidigen sie sich (Vers 5)?
Und wenn jemand ihnen Schaden zufügen will, geht Feuer aus ihrem Mund hervor und verzehrt ihre Feinde; und wenn jemand ihnen Schaden zufügen will, muss er so getötet werden.
Offenbarung 11,5
Die Frage sollte eher lauten: Warum müssen sie sich überhaupt verteidigen? Warum werden Evangelisten, deren einziges Ziel es ist, Menschen zu Gott zu bringen und die eine Botschaft der Liebe und des Friedens überbringen wollen, überhaupt angegriffen?
Um es mit einem Bild zu erklären: Ratten lieben die Dunkelheit. Wenn in dem Raum Licht eingeschaltet wird, verstecken sie sich in dunklen Ecken. Wer Böses tut, will nicht, dass es aufgedeckt oder gar öffentlich angesprochen wird.
Johannes der Täufer hatte König Herodes öffentlich der Sünde beschuldigt, weil er Herodias, die Frau seines Bruders, geheiratet hatte, obwohl dieser noch lebte. Das Ende ist bekannt: Als Herodes Geburtstag hatte, ließ er Johannes enthaupten, weil ihm der Tanz seiner Stieftochter so gut gefiel (Matthäus 14,3-11).
Die zwei Zeugen und übrigens auch die 144.000 rufen zur Buße. Sie werden öffentlich die Sünde der Gesellschaft ansprechen. Ihnen wird deshalb der Zorn und der Hass der Welt entgegenschlagen. Hinzu kommt noch, dass sie von den Auswirkungen der fünften Posaune verschont bleiben, bei der dämonische Heuschrecken die Menschen quälen (Offenbarung 9,1-5). Das ist ein Grund mehr, weshalb sie gehasst werden.
Im Gegensatz zu den 144.000 können sich die zwei Zeugen gegen Angriffe wehren und werden das auch tun. Wahrscheinlich wird es am Anfang ihres Dienstes der eine oder andere versuchen, sie zu töten, aber irgendwann traut sich niemand mehr, weil das niemand überlebt. Allerdings wird es den 144.000 wohl nicht so gut gehen: Sie werden im Laufe der ersten Hälfte der letzten Jahrwoche ermordet, weil wir sie später vor dem Thron sehen (Offenbarung 14,1-5).
Trockenheit und Blut (Vers 6)
Diese haben Vollmacht, den Himmel zu verschließen, damit kein Regen fällt in den Tagen ihrer Weissagung; und sie haben Vollmacht über die Gewässer, sie in Blut zu verwandeln und die Erde zu schlagen mit jeder Plage, sooft sie wollen.
Offenbarung 11,6
Dieser Vers ist dafür verantwortlich, dass einige Ausleger in ihnen Mose und Elia sahen. Die Plagen, die genannt werden, kennen wir. Durch Mose hat Gott zehn Plagen über Ägypten gebracht, in der ersten hat Er Wasser in Blut verwandelt (2. Mose 7,20)
Elia war der Prophet Gottes, durch den es drei Jahre lang nicht geregnet hatte (1. Könige 17,1). Für ein Land wie Israel eine Katastrophe ohne Gleichen. Diese Trockenheit bedeutete vertrocknete Felder, keine Nahrung, auch die Tiere starben. Aus dem Vers 6 können wir schließen, dass die zwei Zeugen diese Plage nicht nur über Israel kommen lassen, sondern auch über die ganze Erde, vielleicht sind es nur “ausgewählte” Länder. So eine Trockenheit wäre für jedes Land eine Katastrophe.
Die zwei Zeugen haben aber Macht, jede Plage über die Erde kommen zu lassen. Für mich klingt das so, dass ihre Vollmacht nicht auf Regen und Wasser beschränkt ist. Die Bibel sagt uns nicht, welche Plagen das sein werden und auch nicht, bei welchen Vergehen sie auf die Erde losgelassen werden. Wir können aber sicher sein, dass die Plagen nur dem Zweck dienen, die Welt zu Gott zu bekehren.
Ihr Tod (Verse 7-10)
7 Und wenn sie ihr Zeugnis vollendet haben, wird das Tier, das aus dem Abgrund heraufsteigt, mit ihnen Krieg führen und sie überwinden und sie töten.
8 Und ihre Leichname werden auf der Straße der großen Stadt liegen, die im geistlichen Sinn Sodom und Ägypten heißt, wo auch unser Herr gekreuzigt worden ist.
9 Und viele aus den Völkern und Stämmen und Sprachen und Nationen werden ihre Leichname sehen, dreieinhalb Tage lang, und sie werden nicht zulassen, dass ihre Leichname in Gräber gelegt werden.
10 Und die auf der Erde wohnen, werden sich über sie freuen und frohlocken und werden einander Geschenke schicken, weil diese zwei Propheten diejenigen gequält hatten, die auf der Erde wohnen.Offenbarung 11,7-10
Am Ende der 1260 Tage wird es eine überraschende Wendung geben: Der Antichrist (= “das Tier”, Vers 7) tritt auf und erhält die Macht, sie zu ermorden. Das ist dann das Ende der ersten Hälfte der letzten Jahrwoche. Weil die Welt den Kampf und den Tod der Zeugen live am Bildschirm und per Internet erlebt, werden dem Antichristen die Herzen der Menschen zufliegen (Offenbarung 13,4: “und sie beteten das Tier an und sprachen: Wer ist dem Tier gleich? Wer vermag mit ihm zu kämpfen?”).
Der Hass der Menschheit wird sich nun an den Leichen entladen, indem sie verhindern, dass sie ein anständiges Begräbnis erhalten. Man will sich vielmehr daran ergötzen, dass die beiden nun tot sind und jetzt auch langsam verfaulen, “weil diese zwei Propheten diejenigen gequält hatten, die auf der Erde wohnen” – zumindest werden die Menschen das behaupten. Sie werden den Tod der zwei Zeugen feiern und sich sogar Geschenke und Grußkarten zusenden. Amir Tsarfati nennt sie “Fröhlicher-Tote-Zeugen-Tag-Karten” (Aus Revealing Revelation).
Die Freude dauert aber nicht lange, denn nach 3 1/2 Tagen wird die Welt einen Schock erleben.
Auferstehung und Himmelfahrt (Verse 11-13)
11 Und nach den dreieinhalb Tagen kam der Geist des Lebens aus Gott in sie, und sie stellten sich auf ihre Füße, und eine große Furcht überfiel die, welche sie sahen.
12 Und sie hörten eine laute Stimme aus dem Himmel, die zu ihnen sprach: Steigt hier herauf! Da stiegen sie in der Wolke in den Himmel hinauf, und ihre Feinde sahen sie.
13 Und zur selben Stunde entstand ein großes Erdbeben, und der zehnte Teil der Stadt fiel; und es wurden in dem Erdbeben 7 000 Menschen getötet.Offenbarung 11,11-13
Wie ihre Auferstehung vonstatten gehen wird, wird uns nicht erzählt. Wir können uns aber vorstellen, dass weltweite Fernsehsender Liveberichte über die Zeugen bringen werden. Während einer Reportage, in dem vielleicht berichtet wird, wie “intolerant” die beiden gewesen sind und “Unschuldige ermordet” hätten (weil sie sich gegen Angriffe verteidigt hatten), kommt plötzlich Leben in die beiden Körper. Damit aber nicht genug: Sie erhalten den – für alle hörbaren – Befehl: “Steigt hier herauf!” Eine Wolke wird sie umhüllen und dann sind sie auf einmal verschwunden. Damit wird vielleicht einigen klar, dass der scheinbare Sieg des Antichristen eigentlich eine Niederlage war. Vielleicht wird die Auferstehung und die Himmelfahrt der Zeugen für den einen oder anderen der Grund sein, aus Misstrauen gegen den Antichristen das Mal, das später eingeführt wird, abzulehnen, weil jeder, der eine Bibel lesen kann, die Ereignisse förmlich abhaken kann und genau weiß, was als nächstes kommt.
So medienwirksam die beiden Zeugen handeln, so medienwirksam wird auch ihre Himmelfahrt sein. Und genauso medienwirksam wird das folgende schwere Erdbeben in Jerusalem sein, bei dem 7.000 Menschen sterben werden.
Das Ende der Gnadenzeit
Nach diesen Ereignissen beginnt nun das Ende der Welt. Die zwei Zeugen und auch die 144.000 haben die Welt gewarnt, dass Gott bald Seinen Zorn auf diese Welt ausgießen wird. Wer auf sie hört und sich bekehrt, wird zwar vom Antichrist ermordet, aber er hat ein Anrecht auf ein ewiges Leben auf der neuen Erde.
Viel Zeit bleibt nicht mehr für die Menschen, sich zu bekehren, denn nachdem der Antichrist seinen Anspruch auf die uneingeschränkte Macht deutlich gemacht hat, beginnt Gottes Endgericht an der widersprenstigen und bösartigen Menschheit durch die Schalengerichte (Offenbarung 16), denn wer sich zu dieser Zeit immer noch nicht bekehrt hat, obwohl er die weltweite Predigt der 144.000 und der zwei Zeugen erlebt und Auferstehung und Himmelfahrt im Fernsehen und Internet gesehen hat, der will sich nicht mehr bekehren.
Sodom und Gomorra wurden von Gott gerichtet, dem niemand entkommen konnte. Auch Ägypten war nach dem Auszug der Israeliten vernichtend geschlagen: Die Erstgeburt war tot und das Militär im Schilfmeer ertrunken. Das gleiche wird nun der Menschheit zustoßen, die sich immer wieder gegen Gott entschieden hat. Sobald die Schalengerichte beginnen, ist es soweit.
Die Zeit läuft ab
Wie ich bereits in meinen Beiträgen “die Zeit ist nicht nah, die Zeit ist da” und der Offenbarung beschrieben habe, glaube ich, dass wir in der letzten Zeit leben. Amir Tsarfati wurde einmal gefragt, ober er glaubt, dass er die Entrückung erleben wird. Seine Antwort war: “Zu 100 Prozent!” Auch ich glaube, dass die Entrückung nicht mehr lange auf sich warten lassen wird. Wer zu Jesus gehört und Ihm sein Leben übergeben hat, wird die letzte Jahrwoche nicht erleben. Nach dem sechsten Siegel werden wir die Entrückung erleben. Wir werden dann die zwei Zeugen erst kennen lernen, wenn sie nach ihrer Auferstehung in den Himmel geholt werden.
Ich glaube, dass wir in den letzten Tagen unserer Erde leben. Deshalb mein Rat: Bekehre dich. Übergibt dein Leben Jesus Christus und dir bleibt diese letzte Zeit erspart.
