Die Zeit ist nicht nah – die Zeit ist da!

Etwa ein Drittel der Bibel besteht aus Prophetie. Das sind Verheißungen, Warnungen und Gerichtsdrohungen, die Gott Seinem Volk zukommen lässt. Bis heute wurden etwa 3.000 Prophetien bereits erfüllt, wobei die meisten lange vor ihrer Erfüllung aufgeschrieben wurden. Beeindruckend ist besonders die Genauigkeit und Präzision der Erfüllung.

Es gibt noch einige Prophetien, die bis heute noch nicht erfüllt wurden. Die betreffen die Endzeit, also die letzte Zeit dieser Erde. Die wichtigsten Propheten der Endzeit sind Jesaja, Daniel, Hesekiel und Sacharja im Alten Testament. Aber auch im Neuen Testament finden wir Prophetien durch den Apostel Paulus, die er in seinen Briefen schrieb.

Das wichtigste Buch der Endzeit-Prophetie ist die Offenbarung. Sie gibt uns einen “Fahrplan” für die letzten Tage, in dem wir erkennen können, in welcher Reihenfolge was geschehen wird. Sie bereitet uns auf diese letzte, schwerste Zeit vor, sagt uns aber auch, dass Gott alles in Seiner Hand hält und Ihm nichts aus den Händen gleitet.

Altes wie Neues Testament enthalten jeweils eine Zeitlinie, die uns Merkmale – oder “Zeichen der Zeit” – geben, an denen wir erkennen können, wo wir uns in der Zeit befinden – oder: Wo Gottes Uhr steht.

Zwei Zeitlinien

Israel

Israel wird immer wieder als “Zeiger an der Uhr Gottes” bezeichnet. Das liegt daran, dass die Prophetien Israel im Blick haben. Andere Völker werden nur erwähnt, wenn sie in einer Beziehung zu Israel stehen. Das ist der Grund, weshalb Israel das Volk Gottes ist. Er hat es nicht erwählt, weil wir “Heidenvölker” Ihm egal sind. Er hat das Volk Israel erwählt, weil Er uns an ihm Seine Liebe und Treue, aber auch Seine Gebote und Gerichte bei Verstößen zeigen will. An dem, was an, in und mit Israel geschieht, können wir erkennen, wie weit unsere Zeit vorangeschritten ist.

Das Buch Daniel war für die israelische Geschichte ein reicher Schatz an Erkenntnissen. Nicht nur, dass Daniel die (aus seiner Zeit) zukünftigen Reiche, mit denen Israel zu tun haben wird, nennt, er beschreibt auch die Zeit dazwischen während der Diadochenkriege und geht anschließend weiter bis zum Ende der Zeit. Die Reiche werden wir im Folgenden betrachten und damit die “israelische” Zeitlinie vom Babylonischen Reich bis in die Endzeit.

Gemeinde

Die Gemeinde war im Alten Testament nicht zu sehen (Epheser 3,5-6). Sie wurde deshalb “Gottes Geheimnis” genannt. Aus einzelnen Prophetien ist zwar zu erkennen (z.B. Jesaja 49,6), dass Gott eine Gruppe von Menschen aus allen Heidenvölkern erwählen würde, aber das hatte man im Volk Israel nicht so gesehen. Die Prophetien für die Gemeinde finden wir deshalb logischerweise im Neuen Testament. Da ist die Offenbarung unsere Informationsquelle. Dort finden wir eine Zeitlinie der Kirchengeschichte vom Anfang bis zum Ende. Sie mag auf den ersten Blick nicht klar sichtbar sein, sie ist aber dennoch da und zeigt uns, wo wir in der Kirchengeschichte stehen.

Sehen wir uns einmal beide Zeitlinien an. Wir beginnen mit dem Alten Testament.

Die Statue im Buch Daniel

Daniel wurde 605 v.Chr. als junger Mann – wahrscheinlich noch als Teenager – aus Jerusalem nach Babylon weggeführt. Er wurde als Babylonier erzogen und bekam einen babylonischen Namen. Er wohnte am babylonischen Hof und wurde einer der höchsten Hofbeamten des Königs Nebukadnezar und auch dessen Nachfolgern bis zum persischen König Kyros. Bei alledem bewahrte er immer seine Identität als Jude und behielt auch seinen Glauben.

Als König Nebukadnezar einen Traum hatte, von dem er wusste, dass er eine tiefe Bedeutung hatte, wollte er diesen Traum übersetzt bekommen, verriet ihn aber seinen Beratern nicht. Daniel bekam selbst den Traum und seine Bedeutung von Gott.

In diesem Traum verrät Gott Nebukadnezar – und natürlich durch Daniel auch Seinem Volk Israel – was geschehen wird. Für uns ist das Meiste bereits Vergangenheit. Weil Daniel allerdings am Anfang der beschriebenen Zeitlinie stand, war es für ihn Zukunft, die zum Teil in weiter Ferne lag.

31 Du, o König, schautest, und siehe, ein erhabenes Standbild. Dieses Bild war gewaltig und sein Glanz außergewöhnlich; es stand vor dir, und sein Anblick war furchterregend. 
32 Das Haupt dieses Bildes war aus gediegenem Gold, seine Brust und seine Arme aus Silber, sein Bauch und seine Lenden aus Erz, 
33 seine Oberschenkel aus Eisen, seine Füße teils aus Eisen und teils aus Ton. 
34 Du sahst zu, bis sich ein Stein losriss ohne Zutun von Menschenhänden und das Bild an seinen Füßen traf, die aus Eisen und Ton waren, und sie zermalmte. 
35 Da wurden Eisen, Ton, Erz, Silber und Gold miteinander zermalmt; und sie wurden wie Spreu auf den Sommertennen, und der Wind verwehte sie, sodass keine Spur mehr von ihnen zu finden war. Der Stein aber, der das Bild zertrümmert hatte, wurde zu einem großen Berg und erfüllte die ganze Erde.

Daniel 2,31-35

Die Erklärung, die Daniel bekommt und an Nebukadnezar weitergibt, umfasst die gesamte Erdgeschichte vom babylonischen Reich bis in die heutige Zeit und darüber hinaus. Jeder Körperteil und sein Material der beschriebenen Statue spiegelt die Charakteristik jeden Reiches wider, das seit Babylon herrscht.

Der Kopf aus Gold

37 Du, o König, bist ein König der Könige, dem der Gott des Himmels das Königtum, die Macht, die Stärke und die Ehre gegeben hat; 
38 und überall, wo Menschenkinder wohnen, Tiere des Feldes und Vögel des Himmels, hat er sie in deine Hand gegeben und dich zum Herrscher über sie alle gemacht; du bist das Haupt aus Gold!

Daniel 2,37-38

Er repräsentiert Nebukadnezar, einen absolutistischen Herrscher.

Brust und Arme aus Silber

39 Nach dir aber wird ein anderes Reich aufkommen, geringer als du;

Daniel 2,39a

Die zwei Arme symbolisieren die Allianz der Meder und Perser. Ihr Reich folgt dem babylonischen. Silber ist nicht so wertvoll wie Gold, aber härter.

Bauch und Hüfte aus Bronze

39 und ein nachfolgendes drittes Königreich, das eherne, wird über die ganze Erde herrschen.

Daniel 2,39b

Das Medo-Persische Reich wurde durch Alexander dem Großen besiegt. Alexander starb allerdings sehr früh und sein Reich wurde unter seinen vier Generälen aufgeteilt. Das symbolisiert die viergeteilte Hüfte der Statue (Daniel 2,39). Die griechischen Waffen waren aus Bronze, wie die Hüfte der Statue. Der Fortgang der Diadochenkriege beschreibt Daniel in seinem 11. Kapitel. Das macht er so exakt, dass man den Fortang der Geschichte Vers für Vers bis zu Antiochos Epiphanes erkennen kann und zur Behauptung führte, das Buch Daniel sei erst im 2. vorchristlichen Jahrhundert geschrieben worden. Das ist natürlich Unsinn, weil Text und Schriftstil dem 7. vorchristlichen Jahrhundert entsprechen. Außerdem war Daniel ein Zeitgenosse Hesekiels, der ihn in seinem Buch erwähnte (Hesekie 14,14; Hesekiel 14,20; Hesekiel 28,3).

Die Beine aus Eisen

40 Und ein viertes Königreich wird sein, so stark wie Eisen; ebenso wie Eisen alles zermalmt und zertrümmert, und wie Eisen alles zerschmettert, so wird es auch jene alle zermalmen und zerschmettern.

Daniel 2,40

Das römische Reich war bis dato das furchtbarste aller Reiche. Die römischen Waffen bestanden aus Eisen, das bisher härteste Material, wodurch alles “zermalmt” wurde (Daniel 2,40). Die zwei Beine stehen für das geteilte römische Reich in West- und Ostrom. (Rom und Byzanz)

Die zehn Zehen aus Eisen und Ton

41 Dass du aber die Füße und Zehen teils aus Töpferton und teils aus Eisen bestehend gesehen hast, bedeutet, dass das Königreich gespalten sein wird; aber es wird etwas von der Festigkeit des Eisens in ihm bleiben, gerade so, wie du das Eisen mit lehmigem Ton vermengt gesehen hast. 
42 Und wie die Zehen seiner Füße teils aus Eisen und teils aus Ton waren, so wird auch das Reich zum Teil stark und zum Teil zerbrechlich sein. 
43 Dass du aber Eisen mit Tonerde vermengt gesehen hast, bedeutet, dass sie sich zwar mit Menschensamen vermischen, aber doch nicht aneinander haften werden, wie sich ja Eisen mit Ton nicht vermischt.

Daniel 2,41-43

Das letzte Reich, das durch Menschen geführt wird, ist das wieder erstandene römische Reich. Römisch, weil es zum Teil aus Eisen besteht – Ton, um die Schwäche oder Uneinigkeit dieses Reiches darzustellen (Daniel 2,41-43). Dass das römische Reich 480 (Westrom) bzw. 1453 (Ostrom) fiel, sah Daniel nicht. Die EU ist eine Fortführung des römischen Reiches.

In Daniels Traumdeutung gehen beide Reiche – das römische und die EU – ineinander über, weil in der Geschichte immer wieder versucht wurde, das römische Reich fortbestehen zu lassen oder neu aufzubauen. Das erkennen wir an dem “Heiligen römischen Reich”, das vom 10. bis zum 19. Jahrhundert bestand. Auch Napoleon wollte als wahrer römischer Kaiser gesehen werden, weshalb er in Gemälden immer wie ein römischer Kaiser dargestellt wurde. Hitler lies das römische Reich durch Standarten im Stile der Römer und dem Gruß “Heil” wieder auferstehen. Natürlich wollte Hitler ein germanisches, kein römisches, Reich. Er sah sich aber als Nachfahre, weil er den Nationalsozialismus das “3. Reich” nannte, nach dem “Heiligen Römischen Reich deutscher Nationen” und dem Kaiserreich und das Gebiet – Europa – des alten Römerreichs beherrschen wollte.

Das Reich, das heute auf dem Boden des früheren römischen Reiches besteht, ist die EU. Die zehn Zehen deuten auf die zehn Gründungsländer des Euoparates hin, der den Grundstein für die spätere EWG – die heutige EU – legte. Die EU ist wiederum der Vorgänger des weltweiten Reiches des Antichristen. Dazu später mehr.

Der große Stein

44 Aber in den Tagen jener Könige wird der Gott des Himmels ein Königreich aufrichten, das in Ewigkeit nicht untergehen wird; und sein Reich wird keinem anderen Volk überlassen werden; es wird alle jene Königreiche zermalmen und ihnen ein Ende machen; es selbst aber wird in Ewigkeit bestehen; 
45 ganz so, wie du gesehen hast, dass sich von dem Berg ein Stein ohne Zutun von Menschenhänden losriss und das Eisen, das Erz, den Ton, das Silber und das Gold zermalmte. Der große Gott hat den König wissen lassen, was nach diesem geschehen soll. Und der Traum ist zuverlässig, und seine Deutung steht fest!

Daniel 2,44-45

“In den Tagen dieser Könige” (dem letzten Reich des Antichristen) wird ein Reich alle bisherigen Menschenreiche zerstören. Der Stein, den Nebukadnezar saht, hatte sich ohne Zutun von Menschen losgerissen ( Daniel 2,44-45).

Dieser Stein erfüllt schließlich die ganze Erde. Er repräsentiert das kommende Reich Gottes auf dieser Erde, das wir als das 1.000-jährige Reich kennen und durch Jesus Christus regiert wird. Darauf komme ich noch zu sprechen.

Warum Nebukadnezar?

Nebukadnezars Traum weist auf das Ende unserer Zeit hin. Warum bekam der babylonische König einen Traum, der auf eine Zeit weist, die für ihn überhaupt nicht relevant ist? Er hatte ja noch nicht einmal das Ende des babylonischen Reiches erlebt.

Der Traum war nicht für ihn bestimmt. Gott wusste, dass Daniel, der die Interpretation des Traumes bekam, dies schriftlich weiter geben wird. Aber auch für Daniel war der Traum nicht bestimmt. Er sollte nur der Bote sein – der Traum war für uns bestimmt, die wir in der letzten Zeit leben.

Unser Gott dachte nicht nur an die Menschen, die damals lebten, und denen Er diese Prophetien gab. Er dachte auch an uns heute und will, dass wir wissen, was Er tun wird. Seine Kinder will Er darauf vorbereiten, damit wir in der Sicherheit leben, dass unserem Vater im Himmel nichts unmöglich ist und Er alles in Seiner Hand hat.

Die Sendschreiben der Offenbarung

Etwa 700 Jahre später bekam der Jünger und Apostel Johannes den Auftrag, einen Brief an sieben Gemeinden zu schreiben. Den Inhalt dieses Briefes kennen wir heute als “Die Offenbarung des Johannes”, die aber eigentlich die Offenbarung Jesu Christi ist (Offenbarung 1,1). Wir wollen uns einmal die sieben Gemeinden der Sendschreiben betrachten.

Johannes befand sich auf der Insel Patmos vor der Küste Kleinasiens, der heutigen Türkei, als er die Visionen der Offenbarung empfing. Ein Bote, der ausgehend von Patmos die Offenbarung zu den sieben Gemeinden bringen wollte, hätte die Route zu den Orten der Gemeinden in der Reihenfolge genommen, in der sie genannt werden.

Die Gemeinden, die die Sendschreiben erhielten, waren zur Zeit des Apostels reale Gmeinden mit den genannten Stärken und Schwächen. Die Aussagen, die Jesus allerdings in den jweiligen Schreiben macht, betreffen nicht nur die Gemeinde selbst. Jede Gemeinde steht für eine bestimmte Epoche in der Kirchengeschichte.

Die Kirchengeschichte in den Sendschreiben

Ephesus (ca. 30–100 n. Chr.) – Die apostolische Zeit

1 Dem Engel der Gemeinde von Ephesus schreibe: Das sagt, der die sieben Sterne in seiner Rechten hält, der inmitten der sieben goldenen Leuchter wandelt: 
2 Ich kenne deine Werke und deine Bemühung und dein standhaftes Ausharren, und dass du die Bösen nicht ertragen kannst; und du hast die geprüft, die behaupten, sie seien Apostel und sind es nicht, und hast sie als Lügner erkannt; 
3 und du hast[Schweres ertragen und hast standhaftes Ausharren, und um meines Namens willen hast du gearbeitet und bist nicht müde geworden. 
4 Aber ich habe gegen dich, dass du deine erste Liebe verlassen hast.
5 Bedenke nun, wovon du gefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke! Sonst komme ich rasch über dich und werde deinen Leuchter von seiner Stelle wegstoßen, wenn du nicht Buße tust! 
6 Aber dieses hast du, dass du die Werke der Nikolaiten hasst, die auch ich hasse. 
7 Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Wer überwindet, dem will ich zu essen geben von dem Baum des Lebens, der in der Mitte des Paradieses Gottes ist.

Offenbarung 2,1-7

Ephesus war das “Tor zu Asien” und hatte einen Zugang zum Meer. Sie war eine prachtvolle Metropole, die vom riesigen Artemistempel – eines der antiken Weltwunder – überragt wurde. Wegen des Tempels war der Götzenkult mit “heiliger Prositution” und Götzenopfer, das auf dem Markt angeboten wurde, weit verbreitet. Der Hafen versandete leicht und musste deshalb ständig freigeschaufelt werden. Später allerdings geschah genau das. Heute liegt die Stadt einige Kilometer vom Meer entfernt.

Die Gemeinde wurde durch Apollos gegründet (Apostelgeschichte 18,24-26) und lange Zeit durch Johannes als Ältester geleitet. Welche Welle der Emotionen durch die Gemeinde ging, als sie die Offenbarung von ihrem früheren Ältesten erhielten, kann man sich nur vorstellen. Als Jesus Seine Mutter Maria in die Obhut Seines Jünger Johannes übergab, nahm er sie nach Ephesus mit. Maria ist wahrscheinlich dort gestorben.

Die Gemeinde war geprägt vom Eifer und der Lehre der Apostel in der ersten Zeit der neu entstandenen Christenheit. Sie erkannte falsche Apostel. Allerdings verlor sie ihre erste Liebe. Das lag daran, dass zum Ende des ersten Jahrhunderts der Glaube mehr Tradition und weniger gelebte Leidenschaft wurde.

Im ersten Kapitel der Offenbarung erfahren wir, dass die Leuchter, zwischen denen Jesus steht, die sieben Gemeinden der Sendschreiben symbolisieren (Offenbarung 1,20). Die Warnung, den Leuchter wegzustoßen (Vers 5), bedeutet, dass Jesus die Gemeinde zerstören wird, wenn sie sich Ihm nicht wieder zuwendet.

Zeit in der Kirchengeschichte

Die Gemeinde Ephesus beschreibt als einzige Gemeinde die kirchengeschichtliche Zeit, in der sie selbst auch bestand. Die Merkmale der Gemeinde Ephesus entsprechen also dem Zustand der Christenheit zur Zeit, in der Johannes die Offenbarung schrieb.

Smyrna (ca. 100–313 n. Chr.) – Zeit der Christenverfolgung

8 Und dem Engel der Gemeinde von Smyrna schreibe: Das sagt der Erste und der Letzte, der tot war und lebendig geworden ist: 
9 Ich kenne deine Werke und deine Drangsal und deine Armut — du bist aber reich! — und die Lästerung von denen, die sagen, sie seien Juden und sind es nicht, sondern eine Synagoge des Satans.
10 Fürchte nichts von dem, was du erleiden wirst! Siehe, der Teufel wird etliche von euch ins Gefängnis werfen, damit ihr geprüft werdet, und ihr werdet Drangsal haben zehn Tage lang. Sei getreu bis in den Tod, so werde ich dir die Krone des Lebens geben! 
11 Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Wer überwindet, dem wird kein Leid geschehen von dem zweiten Tod. 

Offenbarung 2,8-11

Smyrna: Die Stadt, die „starb“ und „wiederauferstand“. Um 600 v. Chr. wurde die Stadt von dem Lyderkönig Alyattes II zerstört und eingenommen. Das ist das heutige “Alt-Smyrna”. Ca. 400 v.Chr. wurde die Stadt an anderer Stelle – dem Smyrna von dem Johannes in der Offenbarung spricht und dem heutigen Izmir – wieder aufgebaut.

Jesus geht darauf ein, wenn Er sagt, dass Er tot war und lebendig wurde (Vers 8). Er macht dadurch der Gemeinde Mut: Der Tod ist nicht das Ende.

Zeit in der Kirchengeschichte

Die Gemeinde Smyrna steht für die verfolgte Gemeinde während der Römerzeit. Jesus spricht von einer Drangsal von zehn Tagen (Vers 10). Historiker haben zehn große Wellen der Christenverfolgung im Römischen Reich von Nero bis Diokletian festgestellt.

Die Gemeinde Smyrna ist eine von zwei Gemeinden, die nur Lob und keinen Tadel erhält. Sie ist die einzige Gemeinde der sieben Sendschreiben. die noch heute existiert.

Pergamon (ca. 313–500 n. Chr.) – Reichskirche

12 Und dem Engel der Gemeinde in Pergamus schreibe: Das sagt, der das scharfe zweischneidige Schwert hat: 
13 Ich kenne deine Werke und weiß, wo du wohnst: da, wo der Thron des Satans ist, und dass du an meinem Namen festhältst und den Glauben an mich nicht verleugnet hast, auch in den Tagen, in denen Antipas mein treuer Zeuge war, der bei euch getötet wurde, da, wo der Satan wohnt. 
14 Aber ich habe ein weniges gegen dich, dass du dort solche hast, die an der Lehre Bileams festhalten, der den Balak lehrte, einen Anstoß zur Sünde vor die Kinder Israels zu legen, sodass sie Götzenopfer aßen und Unzucht trieben. 
15 So hast auch du solche, die an der Lehre der Nikolaiten festhalten, was ich hasse. 
16 Tue Buße! Sonst komme ich rasch über dich und werde gegen sie Krieg führen mit dem Schwert meines Mundes. 
17 Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Wer überwindet, dem werde ich von dem verborgenen Manna zu essen geben; und ich werde ihm einen weißen Stein geben und auf dem Stein geschrieben einen neuen Namen, den niemand kennt außer dem, der ihn empfängt. 

Offenbarung 2,12-17

In Pergamon stand der riesige Zeus-Altar, den wir heute im Pergamon-Museum in Berlin bewundern können. Das ist der “Thron des Satans”, von dem Jesus spricht (Vers 13). Der Pergamon-Altar wird uns noch später beschäftigen.

Pergamon war außerdem das Zentrum des Äskulap-Kultes (Gott der Heilung). Der “Äskulap-Stab” war das Symbol der Apotheken, bis es heute – zumindest in Deutschland – durch die Schale der Hygieia ersetzt wurde, symbolisiert durch eine Schlange, die sich um eine Schale windet. Hygieia war die Tochter Äskulaps und gilt als Schutzpatronin der Apotheker. Man hat also das Symbol eines griechischen Gottes gegen das einer griechischen Göttin getauscht.

Zeit in der Kirchengeschichte

Der römische Kaiser Konstantin beendete die Christenverfolgung. Er privilegierte das Christentum, ohne selbst Christ zu werden. Im Jahr 380 wurde der christliche Glaube durch das Edikt von Thessalonich unter Theodosius zur offiziellen Staatsreligion im Römischen Reich. Die Kirche vermischte sich zunehmend mit staatlicher Macht und heidnischen Bräuchen, was Jesus mit der “Lehre Bileams” bezeichnet (Vers 14).

Bileam war ein Prophet, der vom König Balak für viel Geld gebeten wurde, das Volk Israel, das auf der Reise von Ägypten nach Kanaan war, zu verfluchen. Stattdessen segnete er es. Er verführte es aber zum Götzendienst (4. Mose 3,16). Damit hatte Balak sein Ziel erreicht. Wir lesen die Geschichte von Bileam und seinem sprechenden Esel im 4. Mose, in den Kapiteln 22 bis 24.

Thyatira (ca. 500–1500 n. Chr.) – Das päpstliche Mittelalter

18 Und dem Engel der Gemeinde in Thyatira schreibe: Das sagt der Sohn Gottes, der Augen hat wie eine Feuerflamme und dessen Füße schimmerndem Erz gleichen: 
19 Ich kenne deine Werke und deine Liebe und deinen Dienst und deinen Glauben und dein standhaftes Ausharren, und ich weiß, dass deine letzten Werke mehr sind als die ersten. 
20 Aber ich habe ein weniges gegen dich, dass du es zulässt, dass die Frau Isebel, die sich eine Prophetin nennt, meine Knechte lehrt und verführt, Unzucht zu treiben und Götzenopfer zu essen. 
21 Und ich gab ihr Zeit, Buße zu tun von ihrer Unzucht, und sie hat nicht Buße getan. 
22 Siehe, ich werfe sie auf ein Krankenbett und die, welche mit ihr ehebrechen, in große Drangsal, wenn sie nicht Buße tun über ihre Werke. 
23 Und ihre Kinder will ich mit dem Tod schlagen; und alle Gemeinden werden erkennen, dass ich es bin, der Nieren und Herzen erforscht. Und ich werde jedem Einzelnen von euch geben nach seinen Werken.
24 Euch aber sage ich, und den Übrigen in Thyatira, all denen, die diese Lehre nicht haben und die nicht die Tiefen des Satans erkannt haben, wie sie sagen: Ich will keine weitere Last auf euch legen; 
25 doch was ihr habt, das haltet fest, bis ich komme! 
26 Und wer überwindet und meine Werke bis ans Ende bewahrt, dem werde ich Vollmacht geben über die Heidenvölker, 
27 und er wird sie mit einem eisernen Stab weiden, wie man irdene Gefäße zerschlägt, wie auch ich es von meinem Vater empfangen habe; 
28 und ich werde ihm den Morgenstern geben. 
29 Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt! 

Offenbarung 2,18-29

Thyatira war eine Handels- und Handwerkerstadt. Hier waren viele Zünfte zu Hause. Aus Thyatira stammt die Purpurkrämerin Lydia, die sich durch den Apostel Paulus bekehrte. Wahrscheinlich entstand in ihrem Haus die Gemeinde (Apostelgeschichte 16,13-15).

Zeit in der Kirchengeschichte

Europa wird in dieser Zeit fast vollständig christlich. Viele missionarische Mönche besuchten die hintersten Ecken und brachten den Menschen das Evangelium. Jesus erkennt das an, weil Er sagt, dass die “letzten Werke mehr sind als die ersten” (Vers 19).

Viele zuvor ungläubige Heiden waren jedoch nicht bereit, ihre Götter zu verlassen. Um ihnen den christlichen Glauben schmackhafter zu machen, wurden viele dieser Götzen im Laufe der Zeit zu “Heiligen” erklärt, die angebetet werden durften. Dieses Verhalten ist noch heute ein wesentliches Merkmal der katholischen Kirche. Im Alten Testament hat Gott immer wieder den Götzenkult als “Unzucht” bezeichnet. Deshalb bezeichnet auch Jesus das Treiben der Gemeinde als Unzucht, weil es einen Verstoß gegen das erste und zweite Gebot darstellt.

Als Staatskirche (s. Gemeinde Pergamon) stand die Macht der Kirche mittlerweile sogar über der weltlichen. Ein Beispiel finden wir im “Gang nach Canossa” (Winter 1076/1077), bei dem der römisch-deutsche Kaiser Heinrich IV nach seiner Exkommunikation durch den Papst Gregor VII um Wiederaufnahme in die Kirche bitten musste. Damit gab er den Machtkampf zwischen Papst und Kaiser als verloren auf.

Der Ablasshandel wurde eingeführt, um der Kirche Geld zu verschaffen.

Sardes (ca. 1500–1750 n. Chr.) – Reformationszeit

1 Und dem Engel der Gemeinde in Sardes schreibe: Das sagt der, welcher die sieben Geister Gottes und die sieben Sterne hat: Ich kenne deine Werke: Du hast den Namen, dass du lebst, und bist doch tot. 
2 Werde wach und stärke das Übrige, das im Begriff steht zu sterben; denn ich habe deine Werke nicht vollendet erfunden vor Gott. 
3 So denke nun daran, wie du empfangen und gehört hast, und bewahre es und tue Buße! Wenn du nun nicht wachst, so werde ich über dich kommen wie ein Dieb, und du wirst nicht erkennen, zu welcher Stunde ich über dich kommen werde. 
4 Doch du hast einige wenige Namen auch in Sardes, die ihre Kleider nicht befleckt haben; und sie werden mit mir wandeln in weißen Kleidern, denn sie sind es wert. 
5 Wer überwindet, der wird mit weißen Kleidern bekleidet werden; und ich will seinen Namen nicht auslöschen aus dem Buch des Lebens, und ich werde seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln. 
6 Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt! 

Offenbarung 3,1-6

Sardes galt als uneinnehmbare Festung auf einem steilen Berg. Dennoch wurde sie zweimal erobert, einmal unter Kyros, das zweite Mal unter Antiochus, weil die Wachen einschliefen und die Eroberer durch eine Felsspalte eindringen konnten. Deshalb ruft Jesus die Gemeinde auf, wach zu werden (Vers 2).

Zeit in der Kirchengeschichte

Die “tote” Gemeinde Sardes mit der Zeit der Reformation gleichzusetzen, hatte mich überrascht. Die Reformation hatte den Glauben erneuert, viele Anordnungen der Kirche als unbiblisch (Heiligenkult, Ablasshandel) abgeschafft und den Glauben vieler Menschen wieder auf den Grund der Bibel gestellt.

Allerdings verloren sich die Reformatoren Luther, Zwingli und Calvin bald im Streit um Dogmen. Auch die evangelischen Kirchen wurden Staatskirchen, wodurch die Machtstrukturen der evangelischen Kirche bald denen der katholischen glichen. Auch ohne Papst konnte Macht errungen werden, wenn man einen weltlichen Führer auf seiner Seite hatte.

Ein Opfer dieser Zeit und des Dogmatismus war der bekannte Pastor und Liederdichter Paul Gerhardt, der vom sächschischen Kurfürsten aus seinem Dienst entlassen wurde, weil er den calvinistischen Glauben nicht anerkannte.

Es gab jedoch in dieser Zeit auch Christen, die ihren Glauben bewahrten und nach der Bibel lebten (“du hast wenige Namen” – Vers 4). Die logische Konsequenz daraus ist die freikirchliche, missionarische Bewegung in der Gemeinde Philadelphia, die den Glauben in die Welt trug – über Europa hinaus.

Philadelphia (ca. 1750–1900 n. Chr.) – Erweckungszeit / Mission

7 Und dem Engel der Gemeinde in Philadelphia schreibe: Das sagt der Heilige, der Wahrhaftige, der den Schlüssel Davids hat, der öffnet, sodass niemand zuschließt, und zuschließt, sodass niemand öffnet: 
8 Ich kenne deine Werke. Siehe, ich habe vor dir eine geöffnete Tür gegeben, und niemand kann sie schließen; denn du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort bewahrt und meinen Namen nicht verleugnet. 
9 Siehe, ich gebe, dass solche aus der Synagoge des Satans, die sich Juden nennen und es nicht sind, sondern lügen, siehe, ich will sie dazu bringen, dass sie kommen und vor deinen Füßen niederfallen und erkennen, dass ich dich geliebt habe. 
10 Weil du das Wort vom standhaften Ausharren auf mich bewahrt hast, werde auch ich dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird, damit die versucht werden, die auf der Erde wohnen. 
11 Siehe, ich komme bald; halte fest, was du hast, damit dir niemand deine Krone nehme! 
12 Wer überwindet, den will ich zu einer Säule im Tempel meines Gottes machen, und er wird nie mehr hinausgehen; und ich will auf ihn den Namen meines Gottes schreiben und den Namen der Stadt meines Gottes, des neuen Jerusalem, das vom Himmel herabkommt von meinem Gott aus, und meinen neuen Namen. 
13 Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt! 

Offenbarung 3, 7-13

Der Name “Philadephia” bedeutet Bruderliebe. Die Stadt wurde von dem pergamenischen König Attalos II gegründet der ihr den Namen wegen seines besonderen Verhältnisses zu seinem Bruder Eumenes II gab.

Philadelphia hielt am längsten gegen die muslimische Eroberung stand und fiel erst 1390 als letzte christliche Stadt in Kleinasien an die Osmanen. Auch danach blieb eine griechisch-orthodoxe Gemeinde, die erst im Jahr 1923 durch den Vertrag von Lausanne beim Bevölkerungsaustausch zwischen der Türkei und Griechenland verschwand. Die Christen mussten das Land verlassen und nach Griechenland ziehen.

Zeit in der Kirchenhistorie

Mitte des 18. Jahrhunderts begann – besonders durch die Herrenhuter Brüdergemeinde unter Graf Nikolaus Ludwig von Zinzendorf, die weltweite Mission. Die Mission wurde aus verschiedenen Richtungen angegriffen.

Die “Synagoge des Satans” (Vers 9)

Wie die Gemeinde Philadelphia von den Juden angegriffen wurde, musste auch die Missionsbewegung mit Gegenwind und Angriffen umgehen. Das waren Vertreter verschiedener Richtungen, die die Mission aus unterschiedlichen Gründen ablehnten:

  • Der “theologische Rationalismus” (Namenschristen, der alles Übernatürlche ablehnten und die Bibel “entmystifizieren” wollten). Seine Vertreter sahen in der Bibel nur eine Morallehre und bezeichneten gläubige Missionare als “Schwärmer”.
  • Die erstarrten Staatskirchen, besonders die evangelisch-lutherische und die Anglikanische Kirche, die in der Missionsbewegung einen Angriff auf ihre Autorität sahen,
  • Politiker und Kolonialisten, die die Mission behinderten, weil sie den Handel in ihren Kolonien nicht durch religiöse Unruhen gefährden wollten.

Das war nicht nur, aber einer der Gründe, weshalb die freikirchliche Bewegung eine Trennung von Staat und Kirche bis heute fordert.

Laodizea (ab ca. 1900 bis heute) – Endzeit / Moderne

14 Und dem Engel der Gemeinde von Laodizea schreibe: Das sagt der »Amen«, der treue und wahrhaftige Zeuge, der Ursprung der Schöpfung Gottes: 
15 Ich kenne deine Werke, dass du weder kalt noch heiß bist. Ach, dass du kalt oder heiß wärst! 
16 So aber, weil du lau bist und weder kalt noch heiß, werde ich dich ausspeien aus meinem Mund. 
17 Denn du sprichst: Ich bin reich und habe Überfluss, und mir mangelt es an nichts! — und du erkennst nicht, dass du elend und erbärmlich bist, arm, blind und entblößt. 
18 Ich rate dir, von mir Gold zu kaufen, das im Feuer geläutert ist, damit du reich wirst, und weiße Kleider, damit du dich bekleidest und die Schande deiner Blöße nicht offenbar wird; und salbe deine Augen mit Augensalbe, damit du sehen kannst! 
19 Alle, die ich lieb habe, die überführe und züchtige ich. So sei nun eifrig und tue Buße! 
20 Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, so werde ich zu ihm hineingehen und das Mahl mit ihm essen und er mit mir. 
21 Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, so wie auch ich überwunden habe und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe. 
22 Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt! 

Offenbarung 3,14-22

Laodizea hatte kein eigenes Wasser. Es bekam aus heißen Quellen über Aquädukte aus Hierapolis Wasser herangeleitet. Wenn das Wasser in Laodizea ankam, war es nicht mehr heiß und heilend, aber auch nicht kalt und erfrischend, sondern lauwarm und kalkhaltig. Man wollte es vielmehr”ausspeien” (Vers 15).

Zeit in der Kirchengeschichte

Die heutige moderne Christenheit ist reich an Geld und Gebäuden, hat über die Medien eine große Reichweite und auch in der Politik eine Stimme. Jesus aber hat die Gemeinde bereits verlassen (er steht vor der Tür, Vers 20). Die heutigen Kirchen sind lau, weil sie Allversöhnung oder “Toleranz” lehren, durch die Taten zugelassen oder sogar begrüßt werden, die von Gott als Gräuel bezeichnet werden.

Die Gemeinde Laodizea wird dort sichtbar …

  • … wo Geld wichtiger ist als das Evangelium,
  • … die Anpassung an den Zeitgeist wichtiger wird als Verkündigung der biblischen Botschaft,
  • … Organisation und Posten wichtiger werden als die Seelsorge, in der Menschen ihren Glauben wieder finden.

Die Gemeinde Laodizea ist die letzte Gemeinde. Mit der von ihr symbolisierten Zeit endet die Kirchengeschichte. Es folgt nur noch die Entrückung der Gemeinde, die wir in Offenbarung 7 lesen. Weil wir heute in dieser letzten Zeit der Kirchengeschichte angekommen sind, können wir uns auf unsere “Heimreise” zu unserem Herrn freuen.

Zwei Zeitlinien – ein Ende

Wir haben zwei Zeitlinien aus zwei Testamenten gesehen, die zu zwei unterschiedlichen Zeiten geschrieben wurden: Die Reiche aus dem Buch Daniel und die Gemeinden der Kirchengeschichte. Beide führen zum selben Ende, das wir in der heutigen Zeit erleben – und in beiden gibt es nur ein Ende: wir erwarten die Entrückung und die Wiederkehr Jesu.

Um nun die kommenden Ereignisse zu beleuchten, müssen wir das Buch Daniel verlassen und uns der Offenbarung zuwenden. Nur hier finden wir Ereignisse und Merkmale, die in der Zukunft eingesetzt werden. Das liegt daran, dass Alttestamentliche Propheten zwar auch die Endzeit sahen, aber nur die “Highlights”, oder – wie ein Bild es sagt – bei einem Blick über ein Bergmassiv nur die Bergkuppen. Die Täler sind ihnen verborgen. Um das Tal zu sehen, muss man näher herankommen, wie die Apostel Johannes, der 700 Jahre später lebte und das Tal sehen und beschreiben konnte.

Es geht dabei nicht nur darum, das Ende der Zeit zu sehen. Es geht auch um die Zeichen, die wir sehen und in denen sich die Bibel direkt vor unseren Augen erfüllt.

Zeichen der Zeit

Verschiedene Entwicklungen, die zur Erfüllung der Offenbarung erforderlich sind, werden heute bereits in Stellung gebracht. Betrachten wir aber zunächst einen Gegenstand, der uns bereits in der Gemeinde Pergamon begegnet ist:

Der Thron des Satans

Die Bibelausleger sind sich einig, dass mit dem Thron des Satans der Pergamonaltar gemeint ist, auch wenn Jesus das nicht so klar sagt. Allerdings können wir davon ausgehen, denn mit dem Pergamonaltar können wir das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte verbinden.

In Pergamon wurde mit dem Altar Zeus verehrt, der griechische “Göttervater”, der dem römischen Gott Jupiter entspricht. Der Satan schlüpft gerne in Rollen, durch die er angebetet wird, deshalb ist es logisch, dass Zeus (oder Jupiter) mit dem Satan identisch ist und der Pergamonaltar der “Thron des Satans” ist.

Der “Thron des Satans” und der Nationalsozialismus

Die letzten Teilstücke des Altars kamen 1886 nach Deutschland. Hitler wurde nur drei Jahre danach 1889 geboren. Das Pergamonmuseum wurde 1930 fertiggestellt und der Altar das erste Mal der Allgemeinheit zugänglich gemacht. Das war nur drei Jahre vor Hitlers Machtergreifung.

Hitler war vom Pergamonaltar fasziniert. Er beauftragte seinen Architekten Albert Speer für das Reichstagsgebäude in Nürnberg eine monumentale Tribüne zu bauen. Speer benutzte den Altar als Vorbild für die Tribüne und baute ein gigantisches Monument mit mehreren hundert Metern Länge.

Erlebnisse eines Missionars in Pakistan

Es gibt eine Geschichte, die in christlichen Kreisen erzählt wird und von einem deutschen Missionar handelte.

Ein gläubiger Einheimischer in Pakistan fragte in den 1930er Jahren den Missionar “Was ist eigentlich bei euch in Deutschland los? Unsere Dämonen verlassen uns. Wir spüren, wie die geistliche Atmosphäre hier freier wird. Sie sagen, dass sie nach Deutschland gehen.”

Der “Thron des Satans” wurde 1930 wieder aufgebaut. Offensichtlich haben die Dämonen dies als Einladung nach Deutschland verstanden, was den moralischen Verfall der Gesellschaft und die Grausamkeit der Nationalsozialisten erklärt.

Der Altar steht immer noch in Berlin. Seit einigen Jahren verfällt die Moral der Deutschen zusehends. Aktuell wird der Altar restauriert und soll 2027 wieder eröffnet werden. Wenn die Dämonen seit fast 100 Jahren bei uns sind, wie werden sie nach der Neueröffnung reagieren – und welche Auswirkungen wird das auf unsere Gesellschaft haben?

Die Technik der Offenbarung

Die Prophetien der Offenbarung waren fast 2.000 Jahre lang nicht erfüllbar. Man konnte sich noch nicht mal vorstellen, was die Begebenheiten, die der Apostel Johannes beschrieb, überhaupt bedeuten – noch weniger, wie sie erfüllt werden.

Das hat sich heute geändert. Mit der heutigen Technik ist die Erfüllung nicht nur denkbar – sie ist möglich und wird zum Teil sogar schon eingesetzt. Die heutige Technik zeigt, auf welchem Weg die Prophetien erfüllt werden können.

Das Bild des Tieres

15 Und es wurde ihm gegeben, dem Bild des Tieres einen Geist zu verleihen, sodass das Bild des Tieres sogar redete und bewirkte, dass alle getötet wurden, die das Bild des Tieres nicht anbeteten.

Offenbarung 13,15

Bilder, die sprechen, haben wir schon seit Erfindung des Fernsehers. Was Johannes aber beschreibt, ist ein Bild, das selbständig reden und denken kann. Hast du schon einmal einer KI eine Frage gestellt? Ich habe schon mehrfach mit ihr geschrieben. Es ist zwischen faszinierend bis erschreckend: Eine KI weiß alles, hat Humor und kann sogar kreativ denken.

Wer glaubt, dass die anlasslose Chatkontrolle der EU der angeblichen Verhinderung von “Hassrede” oder “Aufklärung von Terrorismus” dient, der glaubt auch, dass die kleinen Kinder vom Klapperstorch kommen. Nein – hier geht es darum, Menschen zu überwachen und die Chats mithilfe einer KI auswerten zu können.

Heute haben wir alles, was es braucht, das “Bild des Tieres” wie beschrieben ins Leben zu rufen und sogar Menschen zu überwachen. Die KI kann das und weiß mehr über uns, als wir uns vorstellen können. Dann wird sie auch feststellen können, ob sie angebetet wird oder nicht.

Das Mal des Tieres

16 Und es bewirkt, dass allen, den Kleinen und den Großen, den Reichen und den Armen, den Freien und den Knechten, ein Malzeichen gegeben wird auf ihre rechte Hand oder auf ihre Stirn, 
17 und dass niemand kaufen oder verkaufen kann als nur der, welcher das Malzeichen hat oder den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens.

Offenbarung 13,16-17

Wie soll das gehen? Wie will man mir verbieten, in ein Geschäft zu gehen und dort das zu kaufen, was ich brauche oder haben will? Die ersten Entscheidungen, um das umzusetzen, waren die Corona-Maßnahmen. Ich persönlich habe das als “Ungeimpfter” erlebt, als ich draußen vor dem Baumarkt stehen und warten musste, bis mir ein Verkäufer die bestellte Ware nach draußen brachte. Was kommen wird, ist schlimmer.

Die endgültige Antwort ist “CBDC” – “Central Bank Digital Currency” (digitales Zentralbankgeld). Die EZB wird in nächster Zeit dieses Geld einführen. Es ist ein digitaler Euro, der ausschließlich von der EZB verwaltet wird. Die Bank vor Ort wird ihren Status als Kontoführer verlieren und nur noch als Außenstelle der EZB fungieren. Bargeld gibt es nicht mehr, jede Zahlung wird digital mit Karte oder Handy ausgeführt – später bestimmt mit implantiertem Chip. Jede Transaktion kann überwacht und bei Bedarf auch verboten werden. Jeder Euro kann mit einem Verfallsdatum versehen werden. Sparen geht nicht mehr, wenn die Politik es nicht will.

Wer nicht den implantierten Chip hat (= das Mal des Tieres) oder die entsprechende App auf dem Handy (= die Zahl seines Namens), der ist vom Handel ausgeschlossen. Wer keine Lebensmittel kaufen kann, muss verhungern oder sich die Technik zulegen.

Weil das Mal des Tieres nicht nur eine wirtschaftliche sondern eine zutiefst religiöse Handlung ist (man betet ja auch das Tier und sein Bild an), wird Jeder von Jesus bei Seiner Wiederkunft vernichtet (Offenbarung 14,9-11).

Die zwei Zeugen

Wir warten auf die letzten sieben Jahre, die in der Bibel als “große Drangsal” bezeichnet werden. Gott gießt Seinen Zorn und Sein Gericht über diese Welt aus. In den ersten 3 1/2 Jahren werden zwei Zeugen – das sind zwei Menschen mit besonderen Gaben – predigen und zur Buße rufen. Aber nach diesen 3 1/2 Jahren wird der Antichrist diese zwei Zeugen töten.

7 Und wenn sie ihr Zeugnis vollendet haben, wird das Tier, das aus dem Abgrund heraufsteigt, mit ihnen Krieg führen und sie überwinden und sie töten. 
8 Und ihre Leichname werden auf der Straße der großen Stadt liegen, die im geistlichen Sinn Sodom und Ägypten heißt, wo auch unser Herr gekreuzigt worden ist. 
9 Und viele aus den Völkern und Stämmen und Sprachen und Nationen werden ihre Leichname sehen, dreieinhalb Tage lang, und sie werden nicht zulassen, dass ihre Leichname in Gräber gelegt werden.
10 Und die auf der Erde wohnen, werden sich über sie freuen und frohlocken und werden einander Geschenke schicken, weil diese zwei Propheten diejenigen gequält hatten, die auf der Erde wohnen. 
11 Und nach den dreieinhalb Tagen kam der Geist des Lebens aus Gott in sie, und sie stellten sich auf ihre Füße, und eine große Furcht überfiel die, welche sie sahen. 
12 Und sie hörten eine laute Stimme aus dem Himmel, die zu ihnen sprach: Steigt hier herauf! Da stiegen sie in der Wolke in den Himmel hinauf, und ihre Feinde sahen sie.

Offenbarung 11,7-12

Dass die ganze Menschheit die zwei Zeugen und ihre Leichname sehen kann, ist zwar schon seit ein paar Jahren möglich (Satellitenübertragung kennen wir seit den Mondflügen). Das Fernsehen ist aber eindeutig eine Errungenschaft der Neuzeit und war in den letzten fast 2.000 Jahren undenkbar.

Die Prophetische Konvergenz

Heute sind alle Techniken vorhanden, die zur Erfüllung der Offenbarung erforderlich sind. Sie werden sogar zum Teil sogar schon eingesetzt oder werden in Kürze aktiviert. Aber nicht nur das.

JD Farag – ein Pastor auf Hawaii – hat ein einfaches wie bestechendes Argument: Die technische Entwicklung läuft nicht linear, sondern exponetiell – sie wird also schneller. Wenn wir – wie einige Christen noch immer sagen – voraussetzen, dass es “ja noch 50 Jahre dauern” könnte, bis Jesus wiederkommt, dann würden die technischen Möglichkeiten nicht mehr zu den Beschreibungen in der Offenbarung passen und würden darüber hinaus gehen. Seine Schlussfolgerung: Die Entrückung und der Beginn der letzten sieben Jahre stehen unmittelbar bevor.

Die geopolitische Situation

Der Prophet Hesekiel – ein Zeitgenosse Daniels – hat einen letzten Krieg gesehen, der kurz vor der Entrückung toben wird: Der “Hesekiel-Krieg“, den er im 38. Kapitel seines Buches beschrieben hat und der nach meiner Einschätzung bereits am 7. Oktober 2023 begonnen hat. Dieser Krieg findet in der finalen Schlacht sein Ende, in der Russland, Iran und die Türkei Israel angreifen werden.

Das iranische Volk will Frieden und Freundschaft mit Israel. Allerdings die Führung nicht. Auch wenn die amerikanischen und israelischen Angriffe auf den Iran die Führung geschwächt hat, wird das Volk noch immer unterdrückt und ist trotz Versuche, einen Regimewechsel herbeizuführen, machtlos.

Der Iran wird durch die amerikanische Blockade der Straße von Hormus von seinen Ölexporten abgeschnitten. Er schafft es aber dennoch Öl auf dem Landweg zu exportieren. Der größte Abnehmer ist China, die Bezahlung wird in Yuan (der chinesischen Währung) über die Türkei abgewickelt. Auch Russland ist noch “im Spiel”, indem es dem Iran Waffen liefert.

Damit ist auch diese Figur auf dem Spielfeld in Stellung gebracht. Es kann nur noch eine kurze Zeit sein, bis der “Hesekiel-Krieg” beginnt.

Was danach geschieht

9 Nach diesem sah ich, und siehe, eine große Schar, die niemand zählen konnte, aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Sprachen; die standen vor dem Thron und vor dem Lamm, bekleidet mit weißen Kleidern, und Palmzweige waren in ihren Händen. 
10 Und sie riefen mit lauter Stimme und sprachen: Das Heil ist bei unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, und bei dem Lamm! 
11 Und alle Engel standen rings um den Thron und um die Ältesten und die vier lebendigen Wesen und fielen vor dem Thron auf ihr Angesicht und beteten Gott an 
12 und sprachen: Amen! Lob und Herrlichkeit und Weisheit und Dank und Ehre und Macht und Stärke gebührt unserem Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.

Offenbarung 7,9-12

Nach dem letzen Krieg, den Hesekiel prophezeit hat, und bevor der Antichrist sichtbar die Weltbühne betritt, dürfen wir uns auf die Entrückung freuen: Jesus Christus wird kommen und Seine Gemeinde zu sich holen. Das ist der Startschuss für die letzten sieben Jahre, in denen der Antichrist erscheint und regiert.

Das Reich des Antichristen

Wie wir gesehen haben, steht am Ende beider Zeitlinien das Reich des Antichristen, das Daniel zwar in der Statue nicht beschreibt, aber in einer Botschaft des Engels Gabriel erklärt bekommt und in einem späteren Kapitel wiedergibt.

26 Und nach den 62 Wochen wird der Gesalbte ausgerottet werden, und ihm wird nichts zuteilwerden; die Stadt aber samt dem Heiligtum wird das Volk des zukünftigen Fürsten zerstören, und sie geht unter in der überströmenden Flut; und bis ans Ende wird es Krieg geben, fest beschlossene Verwüstungen.

Daniel 9,26

Gabriel beschreibt Daniel den Wiederaufbau Jerusalems und den Fortgang der Zeit bis zum Messias (Der “Gesalbte”) und Seiner Kreuzigung. Dann aber wird “die Stadt” (= Jerusalem) zerstört. Hier kommt der Antichrist ins Spiel: Gabriel beschreibt, dass “das Volk des zukünftigen Fürsten” Jerusalem ein zweites Mal zerstören wird.

“Das Volk”, das Jerusalem zerstört, ist das Römerreich, der “zukünftige Fürst” der Antichrist. Er wird – ausgehend von Europa – sein Reich aufbauen. Aktuell steuert die EU auf eine globale Diktatur zu (wie weiter oben im “das Bild des Tieres” und “das Mal des Tieres” beschrieben), die der Antichrist für sich nutzen wird. Er wird die letzte Jahrwoche (die letzten sieben Jahre) herrschen. Die EU rollt durch ihre Politik dem Antichristen den roten Teppich aus. Die Menschen werden so lange unterdrückt, bis sie bereit sind, einen Gewaltherrscher zu akzeptieren und sogar zu wollen, in der Hoffnung, dass dadurch die Herrschaft der EU beendet wird.

Sie werden aber getäuscht. Nach 3 1/2 Jahren friedlicher und vielleicht sogar menschenfreundlicher Herrschaft wird er sein wahres Gesicht zeigen und ausgehend von Europa die ganze Menschheit endgültig unterdrücken. Er baut dann sein weltweites Reich auf. Das ist das “Tier, das aus dem Meer” steigt (Offenbarung 13,1). Wie Gabriel beschreibt, wird es “bis zum Ende Krieg” geben. Das ist die Zeit, die wir heute erleben. Israel steht in ständigem Kampf mit seinen Nachbarn. Der Hass auf das kleine Land wird sich dann im “Hesekiel-Krieg” entladen.

Das letzte Kapitel, der letzte Satz

Amir Tsarfati hat einen Vortrag mit dem Titel “The Last Chapter” – das letzte Kapitel – gehalten. Darin sagt er, das wir uns heute in Gottes letztem Kapitel befinden und darin die letzten Worte des letzten Satzes lesen.

Das entspricht allem, was wir heute erleben:

  • Wir haben zwei Zeitlinien, die auf unsere heutige Zeit zusteuern und heute zu Ende gehen.
  • Die technische Infrastruktur ist für das kommende System fix und fertig und wird zum Teil sogar bereits eingeführt.
  • Die geopolitische Lage zeigt einen zerstrittenen, aber zur Türkei und Russland loyalen, Iran. Das Volk könnte seine Meinung über Israel ändern und für den Angriff stimmen, weil es enttäuscht ist, seine Freiheit nicht erhalten zu haben.

Alles ist für das Finale bereit. Wie in einem Actionfilm erleben wir, dass alle Ereignisse auf den letzten Kampf zusteuern und bereit sind.

Es ist später als Fünf vor Zwölf

Wir erleben die letzten Tage unserer Erde. Die menschlichen Reiche und ihre Herrschaft gehen dem Ende entgegen. Dann wird Jesus wiederkommen und Seine Gemeinde in der Entrückung zu sich zu holen, bevor Er Sein Reich aufbaut und dann wirklich den Schlussstrich zieht. Mir bleibt nur noch eines übrig zu sagen:

Mach dich bereit!


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