Wer sind die 144.000?

Eine Freundin fragte mich einmal: “Wer sind die 144.000?” Kurze Frage, schnelle Antwort, dachte ich – falsch gedacht. Erst später wurde mir nämlich klar, dass wir diese Gruppe von besonderen Menschen nicht losgelöst von den Szenarien sehen können, die in der Offbarung beschrieben werden. Wann werden sie ausgewählt, wer sind sie – und natürlich: welchem Zweck dienen sie?

Wie gesagt, ich habe nicht geahnt, welches “Fass” da aufgemacht wurde, deshalb ist dieser Artikel etwas länger geworden. Ich hoffe, trotz seines Umfangs nichts Wesentliches übersehen zu haben.

Wir erwarten die letzten sieben Jahre, vor denen drei große Ereignisse stattfinden werden: Der letzte Heide wird sich bekehren, Gott wendet sich Seinem Volk Israel zu, um es durch die letzte große Trübsal zu leiten und die Gemeinde wird entrückt. Mit der Zuwendung Gottes zu Seinem Volk beruft Er diese Gruppe von ganz besonderen Menschen.

Bevor wir ins Thema einsteigen, müssen wir die Ereignisse etwas zurückspulen und uns ansehen…

Was vorher geschieht

Bevor die 144.000 versiegelt und berufen werden, müssen vier Engel die kommenden Ereignisse aufhalten. Nach den ersten sechs Siegelgerichten und vor dem siebten Siegel – das die Posaunengerichte enthält – hält Gott Seine Gerichte zunächst an.

Und danach sah ich vier Engel an den vier Enden der Erde stehen, die hielten die vier Winde der Erde fest, damit kein Wind wehe über die Erde, noch über das Meer, noch über irgendeinen Baum. Und ich sah einen anderen Engel, der von Sonnenaufgang heraufstieg, der hatte das Siegel des lebendigen Gottes; und er rief mit lauter Stimme den vier Engeln zu, denen es gegeben war, der Erde und dem Meer Schaden zuzufügen, und er sprach: Schädigt die Erde nicht, noch das Meer, noch die Bäume, bis wir die Knechte unseres Gottes an ihren Stirnen versiegelt haben!

Offenbarung 7,1-3

Gott hat alles in der Hand. Egal, was auf dieser Welt geschieht: Nichts kann Ihn überraschen, nichts kann geschehen, ohne dass Er es tut oder zumindest zulässt. Das wird aus dem Buch der Offenbarung immer wieder deutlich und ist einer der Gründe, weshalb die Offenbarung auch “das Trostbuch Gottes” genannt wird. Er sitzt auf Seinem Thron und regiert – auch wenn es nicht immer so aussieht. Erst wenn die 144.000 versiegelt werden und die “unzählbare Schar” vor dem Thron erscheint, dürfen die folgenden Gerichte Schmerz, Tod und Vernichtung über die Erde bringen. Die Engel halten das Gericht Gottes so lange zurück. Erst dann dürfen die Posaunen geblasen werden, die die damit verbundenen Gerichte einleiten.

Ist die Offenbarung einfach nur chaotisch?

Die Struktur der Offenbarung hat viele Ausleger verwirrt. Oftmals wird sie deshalb “unverständlich” oder “chaotisch” genannt. Viele behaupten, sie springe “wild” in der Zeit hin und her oder sie sei nicht chronologisch. Dabei ist sie genau das: chronologisch. Wenn wir sie nämlich so lesen wie sie geschrieben wurde, eröffnen sich für uns die Ereignisse der letzten sieben Jahre. Wie ich in im Artikel “Entrückung vor den Siegelgerichten” erklärt habe, glaube ich, dass erst nach dem sechsten Siegelgericht die letzte Jahrwoche beginnt. Die Erzählung wird nur vor dem siebten Posaunengericht mit einer Prophetie über den Untergang der “Hure Babylon” unterbrochen, was erst am Ende der Schalengerichte – also 3 1/2 Jahre später – geschehen wird. Ansonsten erzählt die Offenbarung die Ereignisse in chronologischer Reihenfolge.

Dazu ein paar Fakten

  • Die Siegel-, Posaunen- und Schalengerichte sind durchnummeriert, weil sie genau in dieser Reihenfolge geschehen.
  • Die Posaunengerichte sind Teil des siebten Siegels, die Schalengerichte Teil der siebten Posaune, was die Reihenfolge festlegt.
  • Die Offenbarung spricht von 1.260 Tagen (Offenbarung 11,3; 12,6), 42 Monate (Offenbarung 11,2; 13,5) und “eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit” (Offenbarung 12,14). Jeder Zeitraum entspricht 3 1/2 Jahren, die nacheinander stattfinden. Ein Beispiel: Die zwei Zeugen predigen 1.260 Tage (Offenbarung 11,3) und werden nach dieser Zeit von dem “Tier aus dem Abgrund” getötet. Dieses Tier (= der Antichrist) regiert 42 Monate (Offenbarung 13,5) und wird am Ende der Zeit von Jesus in den Feuersee geworfen (Offenbarung 19,20). Daraus können wir auf einen chronologischen Bericht schließen.

Bei der Gelegenheit erkläre ich einmal den zeitlichen Ablauf, wie ich die Offenbarung verstehe:

  • Die letzte Jahrwoche beginnt erst mit den Posaunengerichten, also sind die Ereignisse, die vor dem siebten Siegel – das die Posaunengerichte enthält – vor der letzten Jahrwoche.
  • In Kapitel 7 lesen wir ab Vers 9 von einer “unzählbaren Schar” vor dem Thron. Das ist die entrückte Gemeinde.
  • Die Posaunengerichte entsprechen der ersten Hälfte der letzten Jahrwoche, die Schalengerichte der zweiten.
  • Damit lesen wir in Offenbarung 10 bis 15 nach der sechsten und vor der siebten Posaune von Dingen, die sich in der Mitte der letzten Jahrwoche ereignen. Dazu gehören auch die Ereignisse, auf die ich im Folgenden eingehe.

Aber genug der Vorrede, wenden wir uns nun den Hauptpersonen dieses Artikels zu.

Die 144.000

Aus der Mitte des Volkes Israel heraus wird der Herr eine Gruppe von 144.000 wählen, die in Israel evangelisieren werden. Wie wir gesehen haben, wird das nach den Siegelgerichten erfolgen, aber noch vor der Entrückung der Gemeinde.

4 Und ich hörte die Zahl der Versiegelten: 144 000 Versiegelte, aus allen Stämmen der Kinder Israels. 
5 Aus dem Stamm Juda 12 000 Versiegelte; aus dem Stamm Ruben 12 000 Versiegelte; aus dem Stamm Gad 12 000 Versiegelte; 
6 aus dem Stamm Asser 12 000 Versiegelte; aus dem Stamm Naphtali 12 000 Versiegelte; aus dem Stamm Manasse 12 000 Versiegelte; 
7 aus dem Stamm Simeon 12 000 Versiegelte; aus dem Stamm Levi 12 000 Versiegelte; aus dem Stamm Issaschar 12 000 Versiegelte; 
8 aus dem Stamm Sebulon 12 000 Versiegelte; aus dem Stamm Joseph 12 000 Versiegelte; aus dem Stamm Benjamin 12 000 Versiegelte. 

Offenbarung 7,4-8

Wie wir dem biblischen Text entnehmen können, handelt es sich ausnahmslos um Vertreter des Volkes Israel. Kurz danach wird die Gemeinde entrückt und das Volk Israel wird wieder seine ursprüngliche Stellung als Leuchtfeuer Gottes in der Welt einnehmen.

Die unzählbare Schar

Nach der Versiegelung der 144.000 aus den “Kindern Israels” (Vers 4) sieht Johannes eine unfassbar große Zahl:

9 Nach diesem sah ich, und siehe, eine große Schar, die niemand zählen konnte, aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Sprachen; die standen vor dem Thron und vor dem Lamm, bekleidet mit weißen Kleidern, und Palmzweige waren in ihren Händen. 
10 Und sie riefen mit lauter Stimme und sprachen: Das Heil ist bei unserem Gott, der auf dem Thron sitzt, und bei dem Lamm! 
11 Und alle Engel standen rings um den Thron und um die Ältesten und die vier lebendigen Wesen und fielen vor dem Thron auf ihr Angesicht und beteten Gott an 
12 und sprachen: Amen! Lob und Herrlichkeit und Weisheit und Dank und Ehre und Macht und Stärke gebührt unserem Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.

Offenbarung 7,9-12

Sind die 144.000 Teil dieser großen Gruppe? Ich glaube nicht, und das aus folgenden Gründen:

  • Beide Gruppen werden getrennt voneinander erwähnt
  • Es sind zeitlich zwei unterschiedliche Ereignisse, die nacheinander erzählt werden. Johannes trennt beide bewusst mit den Worten “Nach diesem sah ich…”
  • Die 144.000 werden auf der Erde versiegelt, die “unzählbare Schar” erscheint im Himmel.
  • Die 144.000 sind Israeliten, die “unzählbare Schar” besteht aus Heidenvölkern und Israeliten. Johannes sieht Vertreter der “Nationen, Stämme, Völker und Sprachen”, wobei die Bezeichnung “Stämme” Israeliten meint (das Volk Israel besteht aus 12 Stämmen), die anderen sind Heidenvölker.

Diese “unzählbare Schar” besteht aus Menschen, die Jesus Christus als ihren Herrn und Retter anerkannt haben und ist die Gemeinde der Erlösten. Aus diesen Merkmalen können wir eindeutig erkennen, dass die 144.000 nicht mit der “unzählbaren Schar” identisch sind. Sie sind auch keine Untergruppe, denn sie bleiben auf der Erde.

Israel oder Gemeinde?

Einige Ausleger versuchen die Offenbarung vom ersten bis zum letzten Kapitel als eine Ansammlung von Bildern und Symbole zu erklären. Dazu gehört auch die Versiegelung der 144.000.

Symbolisch

Wer nur Symbole in der Offenbarung sieht, versteht diese Gruppe und ihre Zahl lediglich im übertragenen Sinne und versucht, “hinter” den Text zu schauen, um Dinge zu sehen, die dort nicht stehen. Manche Ausleger meinen, dass sie die “Vollzahl aus Israel und Gemeinde” beschreibt: 12 Stämme Israels x 12 Aposten x 1000 (Symbol für Vollzahl) = 144.000. Das Problem: Wenn die Bibel nur symbolisch gelesen wird, übersieht man die eigentlichen Aussagen, die der Text macht. Wo soll man dann aufhören, Symbole zu sehen und wo beginnen, die Aussagen, die wörtlich zu verstehen sind, so zu lesen?

Wort für Wort

Ich nehme gern eine Aussage von Jakob Tscharntke, die ich schon öfter zitiert habe: “Theologie heißt: Lesen, was da steht, nicht, was man meint, was da steht, oder was andere sagen, was da steht.” Die Bibel hat tiefe Aussagen, die sich – zumindest sehe ich das so – erst erschließen, wenn man versucht Texte wörtlich zu verstehen, die wörtlich verstanden werden wollen. Wo die Bibel Symbole oder Bilder erwähnt, muss der Sinn dahinter verstanden werden. Wo sie aber Ereignisse berichtet, müssen wir sehen, dass sie wie beschrieben geschehen sind.

Nun stellt uns die Offenbarung natürlich vor ein Problem: Was der Apostel Johannes hier berichtet, ist eine Vision. Allerdings hat er sich das nicht erträumt, sondern tatsächlich erlebt. Er sah und hörte (Offenbarung 4,1) fühlte und schmeckte (Offenbarung 10,10). Auf die gleiche Weise haben vor ihm die Propheten Jesaja, Hesekiel, Daniel und viele andere ihre Visionen erlebt. Mit den Ereignissen aus der Offenbarung will Gott uns einen Blick auf die Endzeit geben und das, was in naher Zukunft geschehen wird. Dazu gehören auch die 144.000. Natürlich sind die meisten Ereignisse, die Johannes uns schildert, Symbole für eine kommende Zeit. Die Reiter, die Johannes sah, symbolisieren die gesellschaftlichen Entwicklungen auf der Erde. Johannes hat sie aber so gesehen, wie er sie beschrieben hat.

Bei den 144.000 wird Johannes allerdings sehr konkret. Er will verhindern, dass das, was er sieht, als symbolische Gruppe verstanden wird. Er hört die Zahl der Versiegelten und erwähnt dass es sich um “Versiegelte aus allen Stämmen der Kinder Israels” handelt. Auch die einzelnen Stämme Israels zählt er auf. Wenn die Bibel von “Kindern Israels” spricht, meint sie “Kinder Israels”, also Nachfahren des Mannes, dem Gott den Namen Israel gab: Jakob, der Sohn Isaaks und Enkel Abrahams. Mit einer so deutlichen Aussage kann man den Text nicht mehr anders verstehen: Es handelt sich ausnahmslos um Israeliten. Eine Auslegung, die hier die Gemeinde – also die Gemeinschaft aus den Heidenvölkern – sieht, muss schon sehr “kreativ” sein und sich vom Text komplett gelöst haben.

Sind 144.000 ein Symbol?

Dass diese Gruppe ausschließlich aus Israeliten besteht, habe ich festgestellt. Nun bleibt noch die Frage: Sind es tatsächlich 144.000 Menschen? Und dann auch noch genau 12.000 aus jedem Stamm? Hier muss ich gestehen, dass ich diese Zahl bisher als Symbol verstanden habe und gehofft hatte, dass diese Zahl in Wirklichkeit größer ist. Andererseits kann ich nicht den einen Teil der Aussage wörtlich nehmen, den anderen nur symbolisch. Ich will deshalb nicht ausschließen, dass es sich tatsächlich um die genannte Zahl handelt.

Allerdings ist diese Diskussion ein Nebenschauplatz. Unabhängig, wie groß die Gruppe ist, die Gott sich erwählt, es ändert sich nichts an meinen folgenden Aussagen und an der Aufgabe, die die 144.000 erfüllen.

Was bedeutet “versiegelt” zu sein?

Gott lässt die 144.000 durch Seine Engel versiegeln. Dazu hält Er die folgenden Ereignisse zunächst auf, wie wir das weiter oben gelesen haben.

Die letzten sieben Jahre dieser Erde gibt es einzig und allein, damit sich Israel zu seinem Messias – Jesus Christus, den Sohn Gottes – bekehrt. Und die 144.000 werden erwählt, damit das Volk Gottes dieses Ziel erreicht.

Wenn die Bibel von “Versiegelung” spricht, meint sie – zumindest im geistlichen Sinne und bei Menschen – die Versiegelung mit dem Heiligen Geist.

13 In ihm (= Jesus) seid auch ihr, nachdem ihr das Wort der Wahrheit, das Evangelium eurer Errettung, gehört habt — in ihm seid auch ihr, als ihr gläubig wurdet, versiegelt worden mit dem Heiligen Geist der Verheißung…

Epheser 1,13

Die 144.000 werden durch Engel geistlich versiegelt. Diese Versiegelung erfolgt durch den Heiligen Geist und hat die Bedeutung:

  • Gottes Eigentum (sie tragen also quasi ein Schild mit der Aufschrift: “Finger weg, das gehört Gott!”).
  • Gottes Schutz (Er wird sie in der Trübsal bewahren, zumindest in den ersten 3 1/2 Jahren, dazu später mehr), besonders aber, dass sie am Ende ihres Lebens bei Ihm sein werden.
  • Gottes besondere Anerkennung (wie wir später lesen, wurden sie von Jesus “als Erstlinge” erkauft (Offenbarung 14,4).

Die folgende Entrückung

Es stellt sich natürlich die Frage: Wenn diese 144.000 mit dem Heiligen Geist versiegelt wurden, warum werden sie kurz danach nicht mit der Gemeinde entrückt?

Auf diese Frage gibt es zwei mögliche Antworten:

  1. Sie sind noch nicht bekehrt, sondern bekehren sich erst nach der Entrückung. Den Heiligen Geist haben sie quasi im Voraus erhalten.
  2. Sie sind bereits gläubige Christen, bekommen aber von Gott den besonderen Auftrag, das Volk Israel durch die folgenden sieben Jahre zu leiten und zu ihrem Herrn, dem auferstandenen Sohn Gottes, zu bekehren. Sie sind nicht Teil der Gemeinde, sondern bekommen eine außergewöhnliche Stellung.

Die Bibel gibt uns in diesem Fall etwas spärliche Informationen, weshalb wir nur spekulieren können. Ich bin geneigt, der zweiten Option zuzustimmen, allerdings nur aus einem Gefühl heraus. Das einzige Argument, das ich für meine Wahl anführen könnte, wären die Propheten, denen Gott ihren Auftrag gab, ohne sie nach ihrer Meinung zu fragen. Wenn Gott einen Menschen für eine besondere Aufgabe erwählt, dann fragt Er nicht, ob ihm das gefällt. Manchmal geht er mit Seinen Auserwählten etwas gröber um, wenn sie Seinen Auftrag nicht erfüllen wollen. Das sehen wir z.B. am Propheten Jona. Wenn wir die Geschichten von Jeremia, Hesekiel oder Hosea lesen, erfahren wir zum Teil Begebenheiten, die für uns herzlos oder grob rücksichtslos sein könnten:

  • Jeremia durfte nicht heiraten (Jeremia 16,2)
  • Hesekiels Frau starb als prophetisches Zeichen, ohne dass er um sie trauern durfte, (Hesekiel 24).
  • Hosea musste eine Hure heiraten, um dem Volk Israel ihren Götzendienst vorzuhalten, (Hosea 1,2).

Es könnte sein, dass Gott genauso für die 144.000 einen besonderen Auftrag hat. Wir müssen wissen, dass wir Menschen Gottes Eigentum sind. Er ist unser Schöpfer und hat jedes Recht, mit uns umzugehen, wie Er es will – ob es uns passt oder nicht. Wir dürfen aber sicher sein: Auch wenn wir durch Seinen Auftrag Leid und Schmerz erfahren, wird Er unseren Gehorsam entsprechend vergelten (Römer 8,18).

Wo steht, dass die 144.000 evangelisieren?

Ehrliche Antwort. Nirgendwo. Es ist aber wahrscheinlich, weil mit dem Heiligen Geist Getaufte und Versiegelte Gottes Auftrag ernst nehmen und erfüllen:

19 So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes

Matthäus 19,28

Es stellt sich auch die Frage, warum sie sonst von Gott so außergewöhnlich behandelt werden, wenn Er sie nicht für diese Aufgabe beruft.

Im Folgenden werden die sechs Posaunen geblasen, die Zerstörung über die Welt bringen. In dieser Zeit evangelisieren die 144.000. Die Gerichte sind für sie ein guter “Aufhänger”, um zu zeigen, dass die Welt unter dem Zorn Gottes steht. Sie werden bestimmt auch erklären, was es mit der Entrückung der Gemeinde auf sich hat, die bestimmt viele verwirrt hat.

Die Posaunengerichte

Die 144.000 werden die Posaunengerichte miterleben. Dazu gehört auch die fünfte Posaune:

1 Und der fünfte Engel stieß in die Posaune; und ich sah einen Stern, der vom Himmel auf die Erde gefallen war, und es wurde ihm der Schlüssel zum Schlund des Abgrunds gegeben. 
2 Und er öffnete den Schlund des Abgrunds, und ein Rauch stieg empor aus dem Schlund, wie der Rauch eines großen Schmelzofens, und die Sonne und die Luft wurden verfinstert von dem Rauch des Schlundes. 
3 Und aus dem Rauch kamen Heuschrecken hervor auf die Erde; und es wurde ihnen Vollmacht gegeben, wie die Skorpione der Erde Vollmacht haben. 
4 Und es wurde ihnen gesagt, dass sie dem Gras der Erde keinen Schaden zufügen sollten, auch nicht irgendetwas Grünem, noch irgendeinem Baum, sondern nur den Menschen, die das Siegel Gottes nicht an ihrer Stirn haben.

Offenbarung 9,1-4

Hier darf der Satan oder ein Dämon den Abgrund öffnen und Dämonen frei lassen, die die Menschen quälen dürfen, aber nicht töten.

Was ist der Abgrund? Dieser Begriff kommt öfter in der Bibel vor:

  • Als Jesus einen Besessenen von einem Dämon mit Namen “Legion” befreite, bat dieser, nicht in den Abgrund verbannt zu werden (Lukas 8,30-31).
  • Das Tier, das später die zwei Zeugen töten und die Welt knechten wird, kommt aus dem Abgrund (Offenbarung 11,7).
  • Auch der Satan wird nach der Wiederkehr Jesu im Abgrund für 1.000 Jahre eingesperrt (Offenbarung 20,1-3).

Wir können uns sicher sein, dass alles, was im Abgrund eingesperrt oder aus ihm heraus kommt, dämonisch ist.

Bemerkenswert an den Qualen, die die Menschen durch die dämonischen Heuschrecken erfahren, ist, dass die Versiegelten tabu sind. Sie dürfen nicht gequält werden. Kannst du dir den Hass vorstellen, der ihnen durch die anderen Menschen entgegenschlägt? Nicht nur, dass sie ständig von Christus und Seiner Rettung erzählen – sie bleiben auch noch verschont. Kein Wunder, dass sie nicht mehr lange zu leben haben.

Ob sie vom 200-Millionen-Heer, das nach der sechsten Posaune erscheint, getötet werden oder vom “Tier, das aus dem Abgrund steigt” – das Ergebnis ist dasselbe, denn später werden sie vor dem Thron stehen.

Die zwei Zeugen und das Tier

Mit der sechsten Posaune haben wir die Mitte der letzten Jahrwoche erreicht. Es ist also ein Zeitraum von 3 1/2 Jahren vergangen. Die folgenden Personen verändern die Geschichte der Erde entscheidend. Zwei in der ersten Hälfte, eine dritte in der zweiten. Fangen wir also mit den ersten beiden an:

Die zwei Zeugen

Gemeinsam mit den 144.000 werden noch zwei außergewöhnliche Menschen berufen:

3 Und ich will meinen zwei Zeugen geben, dass sie weissagen werden 1.260 Tage lang, bekleidet mit Sacktuch. 
4 Das sind die zwei Ölbäume und die zwei Leuchter, die vor dem Gott der Erde stehen. 
5 Und wenn jemand ihnen Schaden zufügen will, geht Feuer aus ihrem Mund hervor und verzehrt ihre Feinde; und wenn jemand ihnen Schaden zufügen will, muss er so getötet werden. 
6 Diese haben Vollmacht, den Himmel zu verschließen, damit kein Regen fällt in den Tagen ihrer Weissagung; und sie haben Vollmacht über die Gewässer, sie in Blut zu verwandeln und die Erde zu schlagen mit jeder Plage, sooft sie wollen. 
7 Und wenn sie ihr Zeugnis vollendet haben, wird das Tier, das aus dem Abgrund heraufsteigt, mit ihnen Krieg führen und sie überwinden und sie töten. 
8 Und ihre Leichname werden auf der Straße der großen Stadt liegen, die im geistlichen Sinn Sodom und Ägypten heißt, wo auch unser Herr gekreuzigt worden ist. 
9 Und viele aus den Völkern und Stämmen und Sprachen und Nationen werden ihre Leichname sehen, dreieinhalb Tage lang, und sie werden nicht zulassen, dass ihre Leichname in Gräber gelegt werden. 
10 Und die auf der Erde wohnen, werden sich über sie freuen und frohlocken und werden einander Geschenke schicken, weil diese zwei Propheten diejenigen gequält hatten, die auf der Erde wohnen. 
11 Und nach den dreieinhalb Tagen kam der Geist des Lebens aus Gott in sie, und sie stellten sich auf ihre Füße, und eine große Furcht überfiel die, welche sie sahen. 
12 Und sie hörten eine laute Stimme aus dem Himmel, die zu ihnen sprach: Steigt hier herauf! Da stiegen sie in der Wolke in den Himmel hinauf, und ihre Feinde sahen sie.

Offenbarung 11,3-12

3 1/2 Jahre sind bereits vergangen, in denen die 144.000 und die zwei Zeugen die Welt im Allgemeinen und Israel im Besonderen zur Umkehr rufen und vor dem Antichristen warnen. Die zwei Zeugen tun das 1.260 Tage lang, also 3 1/2 Jahre mit außergewöhnlichen und übernatürlichen Kräften. Nach dieser Zeit werden sie vom “Tier, das aus dem Abgrund heraufsteigt”, getötet, stehen aber nach 3 1/2 Tagen wieder auf und werden in den Himmel entrückt.

Was mich an diesem Bericht erschrickt ist die Reaktion der Weltöffentlichkeit auf den Tod dieser Zeugen: Sie feiern ihren Tod und senden sich Geschenke. Amir Tsarfati schrieb zu diesem Ereignis:

Wenn die beiden Zeugen abgeschlachtet werden, wird es weltweit Jubel geben. Die Leute tauschen Geschenke und “Fröhlicher tote Zeugen Tag”-Karten aus. Sie werden denken, dass sie wirklich einen Sieg errungen haben. Dreieinhalb Tage später werden sie erkennen, wie falsch sie liegen.

Aus: Amir Tsarfati, Revealing Revelation

Wie verkommen muss eine Gesellschaft sein, die den Tod eines Menschen feiert? Einen kleinen Vorgeschmack haben wir nach dem Mord an Charlie Kirk gehabt, in dem tatsächlich der Mord an ihm öffentlich im Internet gefeiert wurde. Das muss man sich mal vorstellen: Ein Mann, der mit Anderen friedlich diskutierte und ihnen dabei seinen christlichen Glauben näher brachte, wurde so gehasst, dass der Mörder schließlich zur Waffe griff. Genauso wird die Welt nach erfolglosen Versuchen die zwei Zeugen zu töten, ihrem Tod feiern.

Es gibt einige Auslegungen, die in diesen Personen die realen Mose und Elia sehen, die aus dem Himmel kommen. Andere sehen lediglich zwei Personen, die im Geist dieser beiden handeln, wie Johannes im Geist Elias kam (Markus 9,11-13). Weil uns die Bibel das nicht sagt, können wir nur Vermutungen anstellen. Auch Amir Tsarfati schreibt dazu:

Gott sagt uns nicht, wer sie sind, also kann unsere Spekulation nie mehr als eine lustige mentale Übung sein. Wenn ihre Identität wirklich wichtig wäre, würden ihre Namen in dem Buch stehen.

Aus: Amir Tsarfati – Revealing Revelation

Das Tier aus dem Abgrund

Dieses Tier wird erst in der Mitte der letzten Jahrwoche die Stärke erhalten, diese zwei Zeugen zu töten. Es wird die folgenden 3 1/2 Jahre die Erde regieren. Von seiner Regierungszeit lesen wir in Offenbarung 13 in der es die Menschheit knechten und versklaven wird. Das wird eine Gewaltherrschaft für 3 1/2 Jahre bedeuten.

Wenn in der biblischen Prophetie von Tieren gesprochen wird, stellen sie immer Reiche dar. Das Tier aus dem Abgrund ist also das Reich des Antichristen.

Woher kommt das Tier? Offenbarung 11,7 spricht davon, dass es “aus dem Abgrund” kommt, Offenbarung 13,1 spricht “aus dem Meer”. Was stimmt denn nun? Beides ist richtig: Mit dem Meer ist das Völkermeer gemeint, das Tier ist also ein weltliches Reich. Es kommt aber ursprünglich aus dem Abgrund, weil es mit seiner satanischen Macht die ganze Erde knechtet.

Die 144.000 auf dem Berg Zion

Die erste Hälfte der letzten Jahrwoche werden die zwei Zeugen predigen. Sie werden zur gleichen Zeit berufen wie die 144.000 und mit ihnen gemeinsam evangelisieren. Der Fokus der Welt liegt sicher auf den zwei Zeugen wegen ihrer außergewöhnlichen Fähigkeiten. Die 144.000 werden wohl in ihrem Schatten und unter dem Radar der Weltöffentlichkeit predigen. Allerdings werden auch sie gemeinsam mit den zwei Zeugen dem Tod nicht entgehen, wie wir das im Folgenden lesen:

1 Und ich sah, und siehe, das Lamm stand auf dem Berg Zion, und mit ihm hundertvierundvierzigtausend, die trugen den Namen seines Vaters auf ihren Stirnen geschrieben. 
2 Und ich hörte eine Stimme aus dem Himmel wie die Stimme vieler Wasser und wie die Stimme eines starken Donners; und ich hörte die Stimme von Harfenspielern, die auf ihren Harfen spielten. 
3 Und sie sangen wie ein neues Lied vor dem Thron und vor den vier lebendigen Wesen und den Ältesten, und niemand konnte das Lied lernen als nur die hundertvierundvierzigtausend, die erkauft worden sind von der Erde. 
4 Diese sind es, die sich mit Frauen nicht befleckt haben; denn sie sind jungfräulich rein. Diese sind es, die dem Lamm nachfolgen, wohin es auch geht. Diese sind aus den Menschen erkauft worden als Erstlinge für Gott und das Lamm, 
5 und in ihrem Mund ist kein Betrug gefunden worden; denn sie sind unsträflich vor dem Thron Gottes. 

Offenbarung 14,1-5

Es gibt nur zwei Stellen in der Bibel, in denen die 144.00 genannt werden. Diese ist die zweite. Nun stellt sich zunächst die Frage: Sind es die gleichen 144.000 wie in der ersten Schriftstelle aus Offenbarung 7?

Die gleichen 144.000?

Ja, sind sie. Zunächst gibt es – wie geschrieben – nur diese zwei Stellen und ich sehe keinen Grund, warum eine zweite Guppe mit gleichen Merkmalen genannt werden sollte. Das würde mehr verwirren als klären – und die Prophetie wurde geschrieben, damit wir sie lesen und verstehen.

Zum anderen tragen die 144.000 aus dieser Schriftstelle ebenfalls ein Siegel auf ihren Stirnen. In Offenbarung 7 wurde das Siegel nicht weiter erklärt, hier lesen wir, dass es der Name Gottes ist als Zeichen, dass sie Sein Eigentum sind.

Sie sind von der Erde erkauft

Haben wir hier eine “zweite Entrückung”? Ich glaube nicht. Das Wort für “erkauft” ist im griechischen Originaltext agorazo und heißt einfach “kaufen”. Jeder gläubige Christ wurde von Christus erkauft, also erlöst. Er hat Sein Blut und Sein Leben gegeben, um uns zu befreien.

Sie sind jungfräuliche Männer

Sie haben sich “nicht mit Frauen befleckt”. Ein Hinweis vorab: Ein Mann, der mit einer Frau verheiratet ist, befleckt sich nicht mit ihr. Die Ehe ist ein Geschenk Gottes an uns Menschen. “Sich mit Frauen beflecken” bedeutet: Unzucht treiben. Das haben die 144.000 nicht getan.

Sie sind “jungfräulich”. Das griechische Wort hier ist parthenos und heißt Jungfrau. Mit anderen Worten: Sie sind unverheiratet.

Dass Gott für diese schwere Aufgabe unverheiratete Männer wählt, ist vernünftig, denn ein Mann, der eine Familie zu versorgen hat, entscheidet besonders in schweren Situationen anders als ein unverheirateter und ungebundener. Er hat den Auftrag Gottes zu erfüllen und kann sich nicht gleichzeitig um das Wohl seiner Familie kümmern – besonders in den schweren Zeiten, die die Posaunengerichte bedeuten.

Wo befinden sie sich?

Nun stellt sich noch die Frage: Wo befinden sich die 144.000? Sie sind in Gemeinschaft des Lammes – also des auferstandenen Sohnes Gottes – und stehen auf dem Berg Zion. Der Berg Zion ist der eigentliche Tempelberg in Jerusalem. Das würde bedeuten, dass Jesus mit ihnen auf die Erde kommt. Allerdings stehen sie auch vor dem Thron (Vers 3).

Alles, was es auf der Erde gibt und eine geistliche Bedeutung hat, hat ein Original im Himmel. Mose hat die Stiftshütte und die Bundeslade im Himmel gesehen, als er auf dem Berg Sinai die Gebote erhielt (2. Mose 25,40). Im Himmel steht die originale Bundeslade (Offenbarung 11,19). Auch der Berg Zion hat ein Original im Himmel. Er steht im Himmlischen Jerusalem (Hebräer 12,22). Die 144.000 stehen auf dem Berg Zion, aber auch vor dem göttlichen Thron. Daraus können wir schließen, dass sie sich auf dem himmlischen Berg Zion befinden.

Mit anderen Worten: Sie wurden offensichtlich gemeinsam mit den zwei Zeugen vom Tier getötet. Erst in der Mitte der letzten Jahrwoche bekommt es die Macht, die von Gott Erwählten zu töten.

Letzte Chance und Warnung

Nachdem die zwei Zeugen und die 144.000 aus dem Weg geräumt wurden, hat das “Tier aus dem Abgrund” nun freie Bahn, sein menschenverachtendes und mörderisches Reich zu errichten. Damit hat die Menschheit alle Voraussetzungen für das Gericht Gottes erfüllt – zumindest der Rest, denn in den vorigen Gerichten wurde die Häfte der Menschen getötet (ein Viertel mit dem vierten Siegel in Offenbarung 6,8, ein weiteres Drittel mit der sechsten Posaune in Offenbarung 9,18) . Wenn wir die Offenbarung weiterlesen, erfahren wir von drei weiteren Engeln. Der erste ruft den Menschen auf der Erde zum letzten Mal zu, dass sie sich zu Gott bekehren sollen. Der zweite kündigt im Voraus das Ende der “Stadt Babylon” an – die Wirtschftsmacht der Erde – der dritte warnt jeden Menschen vor dem Mal des Tieres, das die Menschen endgültig knechtet. Das ist die letzte Chance für die Menschen.

6 Und ich sah einen anderen Engel inmitten des Himmels fliegen, der hatte ein ewiges Evangelium zu verkündigen denen, die auf der Erde wohnen, und zwar jeder Nation und jedem Volksstamm und jeder Sprache und jedem Volk. 
7 Der sprach mit lauter Stimme: Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre, denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen; und betet den an, der den Himmel und die Erde und das Meer und die Wasserquellen gemacht hat! 
8 Und ein anderer Engel folgte ihm, der sprach: Gefallen, gefallen ist Babylon, die große Stadt, weil sie mit dem Glutwein ihrer Unzucht alle Völker getränkt hat! 
9 Und ein dritter Engel folgte ihnen, der sprach mit lauter Stimme: Wenn jemand das Tier und sein Bild anbetet und das Malzeichen auf seine Stirn oder auf seine Hand annimmt, 
10 so wird auch er von dem Glutwein Gottes trinken, der unvermischt eingeschenkt ist in dem Kelch seines Zornes, und er wird mit Feuer und Schwefel gepeinigt werden vor den heiligen Engeln und vor dem Lamm.

Hier erhalten die Menschen die letzte Chance, sich zu Jesus zu bekehren und eine Warnung, das Mal des Tieres nicht anzunehmen, denn wer das tut, wird von Jesus bei Seiner sichtbaren Wiederkunft gerichtet (Offenbarung 19,20-21).

Ab Kapitel 16 ändert sich die Stimmung in der Offenbarung. Die Schalengerichte werden ausgegossen und Gott schüttet Seinen Zorn auf diese Erde aus. Dass sich Menschen dann nicht mehr bekehren, ist daran zu erkennen, dass sie immer wieder Gott lästern (Offenbarung 16,11 und 16,21).

Israel in der Endzeit

Wir haben festgestellt, dass die 144.000 eine Gruppe aus dem Volk Israel ist, in der ersten Hälfte der letzten Jahrwoche predigen und in der Mitte geötet werden. Wenn diese 144.000 auftreten, wird die letzte Jahrwoche bald beginnen. Mit ihnen wird Gott sich wieder Seinem Volk Israel zuwenden, damit es wieder Sein Leuchtfeuer in der Welt ist, das es in den letzten 2.000 Jahren an die Gemeinde abgegeben hat.

Die Verstockung Israels

Warum ist das so? Warum hatte es in den letzten 2.000 Jahren diese Stellung nicht? Das erfahren wir vom Apostel Paulus, der im Römerbrief schrieb:

Ich will euch, Brüder und Schwestern, dieses Geheimnis nicht verhehlen, damit ihr euch nicht selbst für klug haltet: Verstockung ist einem Teil Israels widerfahren, bis die volle Zahl der Heiden hinzugekommen ist.

Römer 11,25

Wie Paulus kurz vorher schrieb, hat Gott Sein Volk nicht verworfen. Es ist Sein auserwähltes Volk und wird es auch bleiben. Allerdings steht es unter Seinem Zorn, weil sie ihren Messias – Jesus Christus – abgelehnt hatten. Vor der Kreuzigung versuchte Pilatus, Jesus frei zu bekommen. Doch das Volk verhinderte das:

Da aber Pilatus sah, dass er nichts ausrichtete, sondern das Getümmel immer größer wurde, nahm er Wasser und wusch sich die Hände vor dem Volk und sprach: Ich bin unschuldig am Blut dieses Menschen; seht ihr zu! Da antwortete alles Volk und sprach: Sein Blut komme über uns und unsere Kinder!

Matthäus 27,25+26

Manchmal erfüllt Gott unsere Wünsche. Mit solchen oder ähnlichen Aussagen sollten wir deshalb sehr vorsichtig sein. Gott hat hier tatsächlich den Wunsch des Volkes erfüllt: Jesu Blut kam über das Volk – bis heute. Gott verstockte Sein Volk und ließ es im Unglauben. Nur eine Handvoll Juden haben sich zu Jesus bekehrt. Sie sind Teil Seiner Gemeinde. Der weitaus größere Teil jedoch lehnt Jesus bis heute ab. Wie ich in meinem Artikel “Josefs oder Gottes Sohn” schrieb, kann kein Mensch gerettet werden, der Jesus als Gottes Sohn ablehnt – auch kein Jude.

Nach dem Tod der 144.000 und der zwei Zeugen wird Israel fliehen müssen. Der Antichrist baut sein Reich auf und wird sich in den Tempel setzen, um sich Gott anbeten zu lassen:

3 Lasst euch von niemand in irgendeiner Weise verführen! Denn es muss unbedingt zuerst der Abfall kommen und der Mensch der Sünde geoffenbart werden, der Sohn des Verderbens, 
4 der sich widersetzt und sich über alles erhebt, was Gott oder Gegenstand der Verehrung heißt, sodass er sich in den Tempel Gottes setzt als ein Gott und sich selbst für Gott ausgibt.

2. Thessalonicher 2,3-4

Das wird der Startschuss für den gläubigen Teil Israels sein, aus Israel zu fliehen, wie wir das in Offenbarung 12 lesen. In der Mitte der letzten Jahrwoche wird der gläubige Teil Israels fliehen müssen, denn der Satan wird auf die Erde geworfen, wo er dem Antichristen seine Macht gibt, um die Menschheit zu versklaven und sein großes Ziel – die Auslöschung des israelischen Volkes – zu erreichen. Das wird ihm aber nicht gelingen, denn der gläubige Teil Israels wird in die Wüste fliehen, wo er von Gott beschützt und versorgt wird.

Damit ist klar: Die 144.000 werden ihre Aufgabe erfüllen, Israel zu Gott und zu Jesus zurück zu führen. Ein Teil des Volkes wird schließlich seinen Messias bei Seiner Wiederkunft begrüßen:

10 Aber über das Haus David und über die Einwohner von Jerusalem will ich den Geist der Gnade und des Gebets ausgießen, und sie werden auf mich sehen, den sie durchstochen haben, ja, sie werden um ihn klagen, wie man klagt um den eingeborenen Sohn, und sie werden bitterlich über ihn Leid tragen, wie man bitterlich Leid trägt über den Erstgeborenen.

Sacharja 12,10

Jesus kommt wieder

Es wird nicht mehr lange dauern, bis Er Seine Gemeinde zu sich holen wird. Das wird den Beginn der letzten Jahrwoche und der Ereignisse, die ich hier beschrieben habe, sein. Glaube mir, du willst diese letzten sieben Jahre nicht erleben. Das musst du auch nicht. Bekehre dich zu Ihm und werde Teil Seiner Gemeinde. Dann wird Er dich zu Sich holen und dich beschützen und du kannst bei Ihm leben – in Ewigkeit. Sind das nicht tolle Aussichten?


Beitrag veröffentlicht

in

von